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Volkstrauertag 2023

Rede zum Volkstrauertag 2023 / Ortsbürgermeisterin Ute Granold
 

Vor mehr als 100 Jahren wurde im März 1922 zum Gedenken an die Kriegstoten des ersten Weltkrieges der Volkstrauertag eingeführt.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges herrscht nunmehr seit 78 Jahren Frieden in unserem Land - doch die Ukraine ist nicht weit weg. Mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar letzten Jahres ist der Krieg in Europa zurückgekehrt. Städte und Landschaften werden dem Erdboden gleichgemacht, Menschen sind auf der Flucht, die Zahlen der Toten und Verwundeten steigen mit jedem Tag. Über allem steht die Drohung eines Atomschlages.

Haben wir aus der Geschichte nichts gelernt? Ist Krieg, Gewalt und Terror wieder ein Mittel der Politik?

Diese Fragen geben Anlass, über den Sinn und die Geschichte des Volkstrauertages nach-zudenken. Anfangs galt das Gedenken ausschließlich der gefallenen Weltkriegssoldaten, mit dem Bau der Mauer 1961 wurde auch der Toten der Mauer gedacht. Heute gedenken wir auch aller Opfer terroristischer, extremistischer, antisemitischer und rassistischer Gewaltakte.

Der schreckliche Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist uns allen noch sehr präsent. Wir denken an die mehr als 230 israelischen Geißeln, das unendliche Leid der Menschen in Israel und die Zivilisten im Gazastreifen, die als Schutzschild der Hamas missbraucht werden. Die Welt ist im Aufruhr. Aktuell haben wir weltweit mehr als 320 Kriege bzw. kriegerische und gewalttätige Aus-einandersetzungen, mehr als 2000 Bundeswehrsoldaten und andere Einsatzkräfte befinden sich in Auslandseinsätzen in den verschiedensten Regionen der Welt, operieren dort ge-meinsam mit Bündnispartnern und befreundeten Nationen. Wir denken an sie, an die Entbehrungen, die sie auf sich nehmen und an ihren persönlichen, teils lebensgefährlichen Einsatz für unser Land.

Wissen fördert Verstehen.
Verstehen fördert Verständnis.
Verständnis ist die Basis eines Austausches
d a s  sind die Schritte auf dem langen, nie endenden Weg zu Versöhnung, Verständigung und Frieden.
 

Unser Wissen um die Geschichte, die täglichen Informationen über unheilvolles Geschehen überall auf der Welt verpflichten uns, unsere Stimme zu erheben gegen Verletzungen der Menschenrechte und des Völkerrechts. Egal, in welchem Winkel dieser Erde dies geschieht.

Wir müssen uns - mit aller Kraft - in Deutschland für Demokratie und Toleranz und in unseren Auslandsbeziehungen für Versöhnung und Verständigung einsetzen. Unsere europäischen Nachbarn haben uns vor langer Zeit die Hand zur Versöhnung gereicht. Das ist ein wertvolles Geschenk der Geschichte, das es zu bewahren gilt.

Und dies wollen wir im Gedächtnis und im Herzen behalten, wenn wir heute hier stehen und zusammen den Volkstrauertag begehen. Als Tag des Gedenkens, Erinnerns und Mahnens, für einen immerwährenden Einsatz für Frieden, hier bei uns und in der Welt .
 



Rede zum Volkstrauertag 2023 / Frau Viktoriia Geleta (ukrainische Geflüchtete)

Heute möchte ich meine tiefe Dankbarkeit gegenüber Deutschland und seinen Menschen zum Ausdruck bringen, die kontinuierlich und großzügig Hilfe für die Ukraine leisten. Diese Gesten der Freundlichkeit und des Mitgefühls gehen über nationale Grenzen hinaus und zeigen, dass in Zeiten der Krise die Menschlichkeit im Vordergrund steht.

Heute ist der 634. Tag dieses andauernden Krieges, der aber schon im Jahr 2014 begonnen hat. Ein Krieg, der nicht nur für diejenigen, die direkt betroffen sind, sondern für die ganze Welt von großer Bedeutung ist. Der Krieg kostete seitdem tausenden Menschen ihr Leben und zwang Millionen Menschen in der Ukraine auf die Flucht. 13,7 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer haben nach Angaben des UNHCR seit Februar ihr Land verlassen, 6,4 sind in der Zwischenzeit wieder in die Ukraine zurückgekehrt, mehr als 7 Millionen sind innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Mehr als 1,4 Millionen Menschen in der Ostukraine haben keinen Zugang zu fließendem Wasser. Berichte über Menschenrechtsverletzungen einschließlich willkürlicher Verhaftungen, Misshandlungen und eingeschränkter Meinungsfreiheit sind alarmierend.

Der kommende Winter stellt eine zusätzliche Herausforderung für uns dar. Während Europa sich auf die festlichen Feiertage vorbereitet und die Schönheit dieser Jahreszeit genießt, sterben unsere Kinder jeden Tag in den Händen russischer Soldaten. Die winterlichen Bedingungen verschärfen die humanitäre Krise und es wird dringend weitere Unterstützung benötigt, um die Not der Menschen zu lindern.

Wir kämpfen nicht nur für unser eigenes Land, sondern  für die Werte und Prinzipien, die die Europäische Union so hoch schätzt, insbesondere die Demokratie.

Es ist an der Zeit, zusammenzustehen und gemeinsam für eine Zukunft ohne Krieg und Unterdrückung zu kämpfen. Als Gemeinschaft müssen wir uns bewusst machen, dass die Lösung von Konflikten nicht darin besteht, die Augen zu verschließen, sondern vielmehr in einer proaktiven und kooperativen Herangehensweise. Der heutige Tag sollte uns daran erinnern, dass wir die Verantwortung für unsere Entscheidungen tragen und dass das Streben nach Frieden und Gerechtigkeit eine aktive Beteiligung erfordert.

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