AKTUELL: Streng geschützte Zauneidechsen in Klein-Winternheim / Von Baugebieten und Ausgleichsflächen

 

10 JAHRE AUSGLEICHSFLÄCHE: Der große AZ-Artikel dazu

 

BESUCH BEIM BUNDESPRÄSIDENTEN: Anerkennung für die Lokale Agenda

 

 

BAUMSPENDE & PFLANZAKTION - zum Bericht

  

"KLEIN-WINTERNHEIM VON OBEN" - das Video

 

DER STORCH AUF UNSEREM KIRCHTURM - neue "Gästefotos"

  

EIN NEUES SCHILD für die Ausgleichsfläche

  

FOTOS VON UNSERER AUSGLEICHSFLÄCHE -  alle Bilder aus 2017

  

EINFACH SCHÖNE BILDER:  Storch-Invasion in Klein-Winternheim - die Bilder-Story

   
 

DIE RENATURIERUNG DER AUSGLEICHSFLÄCHE "AM WINGERTSWEG" ist die wichtigste Aufgabe der LOKALEN AGENDA. Hier gibt es alle Infos zu der Fläche.

 

DER HAYBACH - alle Infos zum Zustand unseres Baches, der immer noch von seinen Quellen abgeschnitten ist.

 

FLUGLÄRM - alle Infos, Berichte von Demos, Links etc.

 

AUSGEZEICHNET: Bereits mehrfach wurde die LOKALE AGENDA aus Klein-Winternheim für ihre Arbeit ausgezeichnet. Mehr...

 

"DANKE"sagt die LOKALE AGENDA an dieser Stelle

 

UND NOCH EIN PAAR TIPS:

Das virtuelles Museum mit Kunstwerken von Barbara Albrecht

 

MEHR VIELFALT IM GARTEN - Umweltministerium informiert über Schotter- und Steingärten

 
VIDEO: "Warum verschenkt Herr von Boeckh sein Geld?"

 

Die "Grüne Brücke" von Mainz - Kunst und Natur im Ballungsraum

Etwas Gelbes vom Frühling- eine seltene Schönheit aus dem "Mainzer Sand"

 

Orchideen in der VG Nieder-Olm

 

Ein seltener Baum, auf der roten Liste - aber Sie können ihn in der Region finden

 

Naturschutzgebiet in der Umgebung:Die Rheinauen

 

Naturschutzgebiet in der Umgebung: Hahnheimer Bruch

 

Naturschutzgebiete in der Umgebung: Der Zitadellengraben, eine "Arche Noah" in bester Mainzer City-Lage

 

Naturschutzgebiete in der Umgebung: Der wunderbare Naturschaugarten in Mainz-Bretzenheim

 

Naturschutzgebiet in der Umgebung: "Mainzer Sand" - der Fotofilm

 

Schmetterling aus Klein-Winternheim

 

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Die Fotoausstellung "Meine kleine Wiese - oder: Das Universum vor der Haustüre" - 100 qm Wiese in einem Jahr.

 

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MAL ZWISCHENDURCH - ...nachts auf der Ausgleichsfläche 

(18. April 2018) Seit Jahr und Tag betreut die LOKALE AGENDA die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" ... und hat jetzt den Fotobeweis, dass auch nachts hier einiges los ist: z.B. ein Rehbock kommt vorbei, wirft einen Blick Richtung Fotofalle und geht dann entspannt weiter. Wir wünschen einen guten Aufenthalt.

 

(17. April 2018)  ... und da kommt der nachtaktive Gartenschläfer aus seinem Bau, mal gucken, kurz nach Mitternacht. Trotz seines Namens lebt er übrigens am liebsten im Wald und im Buschland. 

 

Der Bestand des Gartenschläfers in Deutschland ist stabil, allerdings ist seine Zahl in den letzten Jahrzehnten weltweit und auch in Europa dramatisch gesunken. Die  Bundesregierung hat deshalb erklärt, dass Deutschland eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Art hat. ("Nationale Verantwortungsart")

Wir freuen uns, dass der kleine Kerl bei uns in einen Gras- und Asthaufen eingezogen ist.

Ein Igel ist in der Nacht unterwegs ... und läßt sich mit ein bisschen Futter vor die Infrarot-Kamera locken. ... sieht nach dem Winter schon wieder gut genährt aus!

 

 

AKTUELL  1 - Der Umzug der Zauneidechsen 

In Klein-Winternheim sollen streng geschützte Zauneidechsen von einem  neuen Baugebiet auf die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" umgesiedelt werden. 

Die komplette Chronologie der Ereignisse von Anfang an mit einigen Hintergrundinfos  lesen Sie hier, das Neueste gibt es gleich hier drunter:

 

6. bis 9. April 2018 - Umgestaltung der Ausgleichsfläche

Ein paar Tage Frost und Trockenheit, der Boden ist nach einem langen, feuchten Winter hinreichend befahrbar. Aus den großen Erd-, Sand- und Holzhaufen, die einfach erstmal nur hier abgelagert wurden, soll fachgerecht ein Echsen-Biotop entstehen.

Im Einsatz, für Erdarbeiten, Gerät so klein wie möglich. Als erstes ist die Erde dran.

Ab jetzt entstehen mehr als 20 kleine Hügel, ein bis zwei Kubikmeter Erde sind der Anfang jeder neuen Erhöhung.

Am Steuer ein Biologe, Peter Hartmann, der seit gut zehn Jahre Biotope baut. Links daneben in Gelb, Thomas Merz von viriditas, er ist für die Umsiedlung der Zauneidechsen in Klein-Winternheim verantwortlich, auch Biologe.

Die Beiden sagen, diese Arbeit sei nicht nur ein Job, in solchen Projekten stecke auch immer etwas Herzblut. Die nächsten drei Jahre werden sie das Echsen-Umzugsgebiet "Am Wingertsweg" auf der Fläche von 3000 qm pflegen und beobachten, das gehört zum Umzug dazu.

Es gäbe Projekte, die sie seit 10 Jahren begleiten würden, "irgendwann kennst Du dann jeden Grashalm". Noch ein kurzer Check der farbigen Stangen, die die Position der zu bauenden Hügel markieren.

Dann ist das Holz dran. An jeden Erdhaufen ein Stoss Äste und Baumstammstücke. Alle ausgerichtet in die Hauptsonnenrichtung. "So mögen es die Echsen am liebsten", sagt Hartmann. Das Holz soll nicht zu sehr nach brauchbarem Brennholz aussehen, sonst ist es schnell geklaut.

Gut ist auch dunkles Holz, das absorbiert die Wärme besser, was die wärmeliebenden Kaltblüter sehr schätzen. Nach dem Umzug werde man die Tiere auf dem Holz liegen sehen können. Aber genau gucken muss man schon ...

Warum so viele kleine Erdhügel und nicht einfach zwei, drei große? Weil von den Eidechsen-Machos jeder sein Revier haben will, jeder seinen Hügel, das sei wie eine kleine Burg. Und auf einen großen Hügel paßt nur einer drauf, auf viele kleine Hügel passen viele drauf.

Aber fertig sind die Echsenhügel noch immer nicht. Es fehlt noch etwas für die Damen.

Auf jeden Haufen gibt es noch eine ordentlich Schippe Sand. Das ist nötig für die Eiablage der Echsendamen. Der Nachwuchs will am liebsten im Sand schlüpfen.

Die "kleinen" Hügel haben es in sich, alleine 30 bis 40 Tonnen Sand werden hier verteilt.

Und dann kommt noch etwas ganz Besonderes, das "Sahnehäubchen" sozusagen ...

Das dünne Gestrüpp, das noch unten liegt. Mit einem Armvoll macht sich Hartmann auf den Weg, das Ziel fest im Blick.

Und dann setzt er der neuen Eidechsenburg die Krone auf.

Die dünnen Äste haben ihre Funktion. Sie schützen die Zauneidechsen vor Greifvögeln, damit sie nicht oben auf dem Hügel wie auf einem Servierteller sitzen müssen.

Jeder Hügel bekommt am Ende sein Gestrüpp. Aber zwischendrin muss noch etwas getan werden: Eine tiefe Rinne ist um das neu angelegte Eidechsengebiet gezogen worden ...

... für den "Amphibienzaun". Der soll die ganzen 3000 qm umschließen. Verstärkung ist angerückt.

Knapp 50 cm hoch wird der "Zaun" sein, der in Wahrheit eine massive Plastikplane ist, die mit dem unteren Rand in den Boden eingegraben werden muss, damit sich später keine Echse unten durchwühlen kann.

Warum der Aufwand? Eidechsen sind standorttreu. D.h. die Zauneidechsen, die aus dem geplanten Baugebiet "An der Bordwiese" hierher gebracht werden sollen, um dort bauen zu können, würden ohne Zaun auf dem kürzesten Weg wieder zurück in die vertrauten Wohngebiete wandern.

Der "Zaun" verhindert diese Rückwanderung. Nach circa einem Jahr haben sich die Echsen an das neue Zuhause gewöhnt und irgendwann kann der "Zaun" dann verschwinden.

Circa 400 laufende Meter hat der Zaun, mit Metall-Stiften, die ausehen wie Zeltnägel, wird der Zaun aufgerichtet.

Jetzt können die neuen Bewohner kommen, die "Echsen-Burgen" warten schon.

Nachtrag

Bereits im Juli 2017 wurde die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" im Zuge erster Umzugsplanungen von dem Biologen Ralf Thiele begangen. Er entdeckte auch auf der Ausgleichsfläche Zauneidechsen, eine hat er fotografiert, siehe unten. Das bedeutet, die Fläche ist für ihre neuen Bewohner gut geeignet - und mit den neuen "Echsenburgen" kann sich die Population der geschützten Tiere dort recht ungestört vergrößern.

9. April 2018 - Vorbereitung zum Fang

Während Teile der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" für den noch kommenden Umzug der Zauneidechsen vorbereitet werden, wird im neuen Baugebiet "An der Bordwiese" der Fang der dort noch lebenden streng geschützten Tiere vorbereitet.

Die meisten Zauneidechsen wurden in der Pferdekoppel gesehen, die einen großen Teil des neuen Baugebietes ausmacht. Biologe Hartmann ist mit dem Rasenmäher unterwegs. Er mäht einige Wege in die struppige Wiese.

Das Mähen ist für die hier lebenden Tiere kein Risiko, auch wenn sie schon aus dem Winterschlaf erwacht sein sollten. Die Erschütterungen des Mähens, die von der Grasdecke übertragen werden, warnen sie und die Tiere können verschwinden, bevor der Mäher bei ihnen ist.

Über die Wege wird sich später der Fänger auf der Wiese bewegen können, ohne dass die vorher dort vorhandene dicke Grasdecke die Erschütterungen seines Gehens weiter geben könnte und so die Echsen gewarnt sind.

Und dann kommt noch was, es werden sogenannte "Attraktionspunkte" gesetzt. Das sind ganz praktisch Holzstücke, etwas höher als die Grasnabe, genau das, was Zauneidechsen suchen, wenn sie sich zum Aufwärmen in die Sonne legen wollen.

Hier sollen dann die scheuen Zauneidechsen gefangen werden. Wann? Das entscheidet das Wetter und das entscheiden die Echsen selbst. Erstmal heißt es warten. Die nächsten Tage ist es noch zu kalt, als dass man mit ihnen rechnen könnte. Irgendwo hier sind sie, die Zauneidechsen.

Wieviel es sind, das weiss noch keiner. Aber es ist alles vorbereitet.

Die komplette Chronologie des Zauneidechsenumzuges mit dem, was bisher passiert ist und ein paar Infos finden Sie hier.

AKTUELL 2 - Zehn Jahre Ausgleichsfläche

Vor 10 Jahren ging es los mit den Planungen und dann den Pflanzungen für die Klein-Winternheimer Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg". Grund genug für die AZ auf diese Zeit einer erfolgreichen Renaturierung zurück zu blicken - und Grund genug, sich mit guten Gründen weitere Renaturierungen in unserer Landschaft zu wünschen.

Hier kommen Sie zu einer großen Version des Artikels

AKTUELL 3 - Beim Bundespräsidenten

EINLADUNG VOM BUNDESPRÄSIDENTEN: Anerkennung für die Arbeit der LOKALEN AGENDA von Klein-Winternheim

(3/2018 bw) Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht Rheinland-Pfalz. Es ist, wie die Ministerpräsidentin uns schrieb, sein "Antrittsbesuch" in unserem Bundesland, in seinem Amt als Staatsoberhaupt. Steinmeier will engagierte Bürger treffen, solche, die im Umweltschutz aktiv sind. Deshalb wird die LOKALE AGENDA Klein-Winternheim in das Kulturwerk nach Wissen zur Begegnung mit dem Bundespräsidenten eingeladen. Wir freuen uns über die Anerkennung unserer Arbeit, die sich in der Einladung ausdrückt.

Circa 300 Menschen haben sich zusammengefunden und warten noch. Allerdings: die Personenschützer sind schon einmal herumgewandert und haben alles prüfend angeschaut, bald wird es losgehen.

Noch ein Moment Zeit, die Vertreter der LOKALEN AGENDA Klein-Winterheim vorzustellen: Werner Eckert, Dr. Irene Wellershoff, Gisela Zurmühlen und Gabi Eckert. (v.l.n.r.)

Kaum da, geht Steinmeier in die Vollen: "Sie, die Sie hier versammelt sind, krempeln die Ärmel hoch und arbeiten, sie bleiben nicht in der Sofaecke sitzen," lobt er die anwesenden Naturschützer. Er sei auf seiner Reise durch die Republik begeistert von den Menschen gewesen, die er getroffen habe, "von deren Mut, Kreativität und Machergeist." Es seien Menschen, die die Fähigkeit hätten, "an mehr zu denken als nur an sich selbst."

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte, wie wichtig das Ehrenamt für die Demokratie sei.

Politiker sollten stets den Kontakt mit der Bevölkerung suchen, so die Ministerpräsidentin, die deutlich machte, "dass uns die Demokratie nicht geschenkt wird." Deshalb auch ihre Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit.

Dreyer beschrieb in ihrer Rede die eng getakteten Tage mit dem Bundespräsidenten in Rheinland-Pfalz, trotzdem blieb noch Zeit für kurze Bürgerbegegnungen, hier mit der Vorsitzenden der LOKALEN AGENDA Klein-Winternheim, Dr. Irene Wellershoff.

Währenddessen ließ sich der Bundespräsident vom neuen rheinland-pfälzischen Nationalpark Hunsrück-Hochwald berichten, etwas, was ihm und seiner Frau Elke Büdenbender offensichtlich großes Vergnügen bereitete.

Am Ende freuen sich die AGENDIANER über einen anregenden Abend und sie werden ihre Naturschutzarbeit engagiert weiter betreiben, keine Frage ... und darauf hoffen, dass die Politik ihren Teil zum Naturschutz beitragen wird. Denn da läuft doch nicht alles ganz rund. Warum z.B. gibt es keine Ausgleichsflächen mehr, wenn nach einem neuen beschleunigten Verfahren gebaut wird? Da gibt es dann doch noch Gesprächsstoff.

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