Beiträge zum Stichwort »Ausgleichsfläche«

Donnerstag, 19. April 2018

Nachts auf der Ausgleichsfläche: Gartenschläfer

(17. April 2018)  ... und da kommt der nachtaktive Gartenschläfer aus seinem Bau mal gucken, kurz nach Mitternacht. Trotz seines Namens lebt er übrigens am liebsten in Wald-Gegenden. 

 

Der Bestand des Gartenschläfers in Deutschland ist stabil, allerdings ist seine Zahl in den letzten Jahrzehnten weltweit und auch in Europa dramatisch gesunken. Die  Bundesregierung hat deshalb erklärt, dass Deutschland eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Art hat. ("Nationale Verantwortungsart")

Wir freuen uns, dass der kleine Kerl bei uns in einen Gras- und Asthaufen eingezogen ist.

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Mittwoch, 18. April 2018

Nachts auf der Ausgleichsfläche ...

Seit Jahr und Tag betreut die LOKALE AGENDA die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" ... und hat jetzt den Fotobeweis, dass auch nachts hier einiges los ist: z.B. ein Rehbock kommt vorbei, wirft einen Blick Richtung Fotofalle und geht dann entspannt weiter. Wir wünschen einen guten Aufenthalt.

 

 

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Freitag, 13. April 2018

Die Vorbereitung zum Fang der Zauneidechsen

Während Teile der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg"  für den noch kommenden Umzug der Zauneidechsen vorbereitet werden, wird im neuen Baugebiet "An der Bordwiese" der Fang der dort noch lebenden streng geschützten Tiere vorbereitet. 

Die meisten Zauneidechsen wurden in der Pferdekoppel gesehen, die einen großen Teil des neuen Baugebietes ausmacht. Biologe Hartmann ist mit dem Rasenmäher unterwegs. Er mäht einige Wege in die struppige Wiese.

Das Mähen ist für die hier lebenden Tiere kein Risiko, auch wenn sie schon aus dem Winterschlaf erwacht sein sollten. Die Erschütterungen des Mähens, die von dr Grasdecke übertragen werden, warnen sie und die Tiere können abhauen, bevor der Mäher bei ihnen ist.

Über die Wege wird sich später der Fänger auf der Wiese bewegen können, ohne dass die vorher dort vorhandene dicke Grasdecke die Erschütterungen seines Gehens weiter geben könnte und so die Echsen gewarnt sind.

Und dann kommt noch was, es werden sogenannte "Attraktionspunkte" gesetzt. Das sind ganz praktisch Holzstücke, etwas höher als die Grasnabe, genau das, was Zauneidechsen suchen, wenn sie sich zum Aufwärmen in die Sonne legen wollen.

Hier sollen dann die scheuen Zauneidechsen gefangen werden. Wann? Das entscheidet das Wetter und das entscheiden die Echsen selbst. Erstmal heißt es warten. Die nächsten Tage ist es noch zu kalt, als dass man mit ihnen rechnen könnte. Aber es ist alles vorbereitet.

Irgendwo hier sind sie, die Zauneidechsen. Wieviel es sind, das weiss noch keiner.

 

Die komplette Chronologie des Zauneidechsenumzuges mit dem, was bisher passiert ist und ein paar Infos finden Sie hier.

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Dienstag, 10. April 2018

Der Umzug der Zauneidechsen - Die Umgestaltung der Ausgleichsfläche

In Klein-Winternheim sollen streng geschützte Zauneidechsen von einem  neuen Baugebiet auf die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" umgesiedelt werden. 

Die komplette Chronologie der Ereignisse von Anfang an mit den Hintergrundinfos lesen Sie hier, das Neueste gibt es gleich hier: drunter:

 

Ein paar Tage Frost und Trockenheit, der Boden ist nach einem langen, feuchten Winter hinreichend befahrbar. Aus den großen Erd-, Sand- und Holzhaufen, die einfach erstmal nur hier abgelagert wurden,  soll fachgerecht ein Echsen-Biotop entstehen.

Im Einsatz, für Erdarbeiten, Gerät so klein wie möglich. Als erstes ist die Erde dran.

Ab jetzt entstehen mehr als 20 kleine Hügel, ein bis zwei Kubikmeter Erde sind der Anfang jeder neuen Erhöhung.

Am Steuer ein Biologe, Peter Hartmann, der seit gut zehn Jahre Biotope baut. Links daneben in Gelb, Thomas Merz von viriditas, er ist für die Umsiedlung der Zauneidechsen in Klein-Winternheim verantwortlich, auch Biologe.

Die Beiden sagen, diese Arbeit sei nicht nur ein Job, in solchen Projekten stecke auch immer etwas Herzblut. Die nächsten drei Jahre werden sie das Echsen-Umzugsgebiet "Am Wingertsweg" auf der Fläche von 3000 qm  pflegen und beobachten, das gehört zum Umzug dazu.

Es gäbe Projekte, die sie seit 10 Jahren begleiten würden, "irgendwann kennst Du dann jeden Grashalm". Noch ein kurzer Check der farbigen Stangen, die die Position der zu bauenden Hügel markieren.

Dann ist das Holz dran. An jeden Erdhaufen ein Stoss Äste und Baumstammstücke. Alle ausgerichtet in die Hauptsonnenrichtung. "So mögen es die Echsen am liebsten", sagt Hartmann. Das Holz soll nicht zu sehr nach brauchbarem Brennholz aussehen, sonst ist es schnell geklaut.

Gut ist auch dunkles Holz, das absorbiert die Wärme besser, was die wärmeliebenden Kaltblüter sehr schätzen. Nach dem Umzug werde man die Tiere auf dem Holz liegen sehen können. Aber genau gucken muss man schon ...

Warum so viele kleine Erdhügel und nicht einfach zwei, drei große? Weil von den Eidechsen-Machos jeder sein Revier haben will, jeder seinen Hügel, das sei wie eine kleine Burg. Und auf einen großen Hügel paßt nur einer drauf, auf viele kleine Hügel passen viele drauf.

Aber fertig sind die Echsenhügel noch immer nicht. Es fehlt noch etwas für die Damen.

 

Auf jeden Haufen gibt es noch eine ordentlich Schippe Sand. Das ist nötig für die Eiablage der Echsendamen. Der Nachwuchs will am liebsten im Sand schlüpfen.

Die "kleinen" Hügel haben es in sich, alleine 30 bis 40 Tonnen Sand werden hier verteilt.

Und dann kommt noch etwas ganz Besonderes, das "Sahnehäubchen" sozusagen ...

Das dünne Gestrüpp, das noch unten liegt. Mit einem Armvoll macht sich Hartmann auf den Weg, das Ziel fest im Blick.

Und dann setzt er der neuen Eidechsenburg die Krone auf.

Die dünnen Äste haben ihre Funktion. Sie schützen die Zauneidechsen vor Greifvögeln, damit sie nicht oben auf dem Hügel wie auf einem Servierteller sitzen müssen.

Jeder  Hügel bekommt am Ende sein Gestrüpp. Aber zwischendrin muss noch etwas getan werden: Eine tiefe Rinne ist um das neu angelegte Eidechsengebiet gezogen worden ...

... für den "Amphibienzaun". Der soll die ganzen 3000 qm umschließen. Verstärkung ist angerückt.

Knapp 50 cm hoch wird der "Zaun" sein, der in Wahrheit eine massive Plastikplane ist, die mit dem unteren Rand in den Boden eingegraben werden muss, damit sich später keine Echse unten durchwühlen kann.

Warum der Aufwand? Eidechsen sind standorttreu. D.h. die Zauneidechsen, die aus dem geplanten Baugebiet "An der Bordwiese" hierher gebracht werden sollen, um dort bauen zu können, würden ohne Zaun auf dem kürzesten Weg wieder zurück  in die vertrauten Wohngebiete wandern.

Der "Zaun" verhindert diese Rückwanderung. Nach circa einem Jahr haben sich die Echsen an das neue Zuhause gewöhnt und irgendwann kann der "Zaun" dann verschwinden.

Circa 400 laufende Meter hat der Zaun, mit Metall-Stiften, die ausehen wie Zeltnägel, wird der Zaun aufgerichtet.

 Jetzt können die neuen Bewohner kommen, die "Echsen-Burgen" warten schon.

Nachtrag

Bereits im Juli 2017 wurde die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" im Zuge erster Umzugsplanungen von dem Biologen Ralf Thiele begangen. Er entdeckte auch auf der Ausgleichsfläche Zauneidechsen, eine hat er fotografiert, siehe unten. Das bedeutet, die Fläche ist für ihre neuen Bewohner gut geeignet - und mit den neuen "Echsenburgen" kann sich die Population der geschützten Tiere dort recht ungestört vergrößern. 

Die komplette Chronologie des Zauneidechsenumzuges mit dem, was bisher passiert ist und ein paar Infos finden Sie hier.

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Samstag, 31. März 2018

Zehn Jahre Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg"

Vor 10 Jahren ging es los mit den Planungen und dann den Pflanzungen für die Klein-Winternheimer Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg". Grund genug für die AZ auf diese Zeit einer erfolgreichen Renaturierung zurück zu blicken - und Grund genug, sich mit guten Gründen weitere Renaturierungen in unserer Landschaft zu wünschen.

Hier kommen Sie zu einer großen Version des Artikels 

 

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Donnerstag, 29. März 2018

Das Wildbienen-Treiben auf der Ausgleichsfläche

Kurz vor Ostern blühen noch keine Bäume auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg", wie die Vogelkirsche, die letzten Kälteeinbrüche haben die Vegetation etwas zurückgeworfen. Allerdings ist es inzwischen wieder warm genug, dass die Wildbienen am Bienenhotel fleißig brummen.

Alle Fotos  der Ausgleichsfläche aus dem Jahr 2018

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Donnerstag, 15. März 2018

Rebhuhn auf der Ausgleichsfläche Am Wingertsweg

Das in Europa streng geschützte Rebhuhn schaut auf der Ausgleichsfläche vorbei. Ein toller Moment, wenn man bedenkt, dass der Bestand des Rebhuhns im Rhein-Main-Gebiet in den letzten Jahrzehnten um mindestens 90 % zurückgegangen ist, europaweit sogar noch stärker. Ein Beleg für die ökologische Bedeutung solcher Flächen, betont die Agenda-Vorsitzende Dr. Irene Wellershoff.

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Samstag, 03. März 2018

Erste Materialien für die Zauneidechsen

Erste Materialien für den zauneidechsengeeigneten Ausbau der Ausgleichsfläche am Wingertsweg sind angeliefert worden. Die Echsen, die aus dem neu geplanten Baugebiet "An der Bordwiese" in ein paar Wochen vor dem Baubeginn geholt werden sollen, brauchen für ein artgerechtes Leben kleine Hügel, die mit diesr Erde aufgeschüttet werden sollen.

 

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Donnerstag, 01. Februar 2018

Reportage: Der Umzug der Zauneidechsen

1. Februar 2018

Ortstermin auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg". Hierhin sollen die streng geschützten Zauneidechsen im Laufe der nächsten Monate umgesiedelt werden, die im neuen Baugebiet "An der Bordwiese" gefunden wurden. Es sind Leute auf der Fläche unterwegs ...

 

... die eigenartige Antennen und rote Stäbe mit sich führen.

Auch dabei, Dr. Irene Wellershoff von der LOKALEN AGENDA Klein-Winternheim ...

 ... im Gespräch mit dem Biologen Thomas Merz, der mit seinen Mitarbeitern die Umsiedlung der Echsen vornehmen soll; auf dem Rücken trägt Merz eine GPS-Antenne, die auf dem Display anzeigt, wo die 3000 qm genau hinkommen sollen, die auf der 1,4 Hektar großen Fläche für die Umzügler am besten geeignet sind, u.a. von der Feuchtigkeit und Vegetation her.

 Die bunten Stäbe, die sie in den Boden rammen, zeigen, wo ein Amphibien-Zaun geplant ist (damit die Echsen nicht einfach an ihren alten Wohnort zurückkehren), wo Hügel für die artgerechte Haltung aufgeschüttet werden sollen (zum Sonnen für die Kaltblütler in den wärmeren Jahreszeiten und zum Höhlenbauen im Winter).

 

Damit alles optimal abgestimmt wird, ist Ortsbürgermeiserin Ute Granold auf die Fläche gekommen, auch Ratsmitglied Jürgen Fleischmann und Jörg Raudszus von der Verbandsgemeinde sind da.

 

Es geht um Zeitpläne, die Chance Arbeiten in Eigenleistung zu erledigen, um Kosten zu sparen.

Es geht darum, wie die Fläche langfristig aufgewertet werden kann und  bei den Arbeiten keinen Schaden nimmt.

Die Fläche, so der Biologe, sei in einem ausgezeichneten Zustand, "sehr gut entwickelt." Die müsse schonend behandelt werden. Er hofft auf Frost, damit die Baugeräte, die bei der Umgestaltung der neuen Echsenwohnstätte zum Einsatz kommen, den Boden nicht unnötig verdichten.

Merz zeigt Bilder früherer Fangaktionen aus anderen Orten in Rheinhessen. Hier ein Zauneidechsen-Weibchen, das kaum sichtbar unter einem Busch gesessen hatte, von wo es ein Spezialist mit einer Schlinge eingefangen hat, ohne das Tier zu schädigen. Eine hohe Kunst.

 

 

Die Planungen beweisen jahrelange Erfahrung im Umgang mit den geschützten Tieren. Keine Frage, jeder will tun, was die Gesetze zum Artenschutz - aus gutem Grund - fordern. Und dazu kommt,  meint Merz , "dass diese Echsen auch einfach toll aussehen, die muss man mögen."

Nach dem Ende des Winterschlafes der Tiere kann es losgehen mit der Umsiedlung, vor der Eiablage sollte sie abgeschlossen sein. Wir werden weiter berichten ...

 

 

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Mittwoch, 31. Januar 2018

Seltene Tiere müssen geschützt werden: Zauneidechsen in Klein-Winternheim

Bei der vorgeschriebenen artenschutzrechtlichen Prüfung des neuen Klein-Winternheimer Baugebietes "An der Bordwiese" sind besonders seltene und nach Europarecht geschützte Zauneidechsen gefunden worden, die jetzt eine neue Heimat brauchen.

Zuerst einmal freuen wir von der LOKALEN AGENDA uns, wenn in Zeiten eines leider allzu gut dokumentierten Artensterbens entdeckt wird, dass besonders gefährdete Arten doch noch Nischen zum Überleben gefunden haben, und das bei uns! Schon vor Jahren hatten wir Zauneidechsen in der unmittelbaren Nähe des heutigen Bau-gebietes fotografieren können, offensichtlich sind die dortigen Habitatbedingungen in der z.T. kleinteiligen Landschaft an der Bordwiese ausgesprochen günstig für sie.

Nach Schätzung der Fachleute können in dem neu geplanten Baugebiet mehr als 40 Zauneidechsen leben, die umgesiedelt werden müssen – wenn gebaut werden soll. Deshalb hat der Gemeinderat alle nötigen Schritte für diese Umsiedlung beschlossen. Zur Zeit wird geplant, die Zauneidechsen in Abstimmung mit der LOKALEN AGENDA auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" anzusiedeln.

Für die Umsiedlung sind aufwändige Arbeiten nötig, weitere Fachgutachten, schonender Fang der vorsichtigen und flinken Tiere, punktuelle Umstruk-turierungsmaßnamen auf circa 3000 qm der Ausgleichsfläche, um artgerechte Lebensbedingungen zu schaffen. Aktuell werden die Kosten für die verschiedenen Maßnahmen zusammen auf circa 50.000 Euro geschätzt. Das ist viel Geld, aber wir meinen, man sollteo die Summe ins Verhältnis zu den Millionen-Investitionen setzen, die ein Baugebiet mit bis zu 30 Bauplätzen darstellt, dann kommt man auf einen Prozentsatz im niedrigen einstelligen Bereich. Vielleicht doch nicht zu viel in einer Region, in der einige Tierarten schon weitgehend verschwunden sind, wie der Feldhamster, einige Fledermausarten, diverse Pflanzen. So soll es den Zauneidechsen nicht ergehen, für die wir in unserem Landstrich eine besondere Verantwortung haben.

Wir werden Sie weiter informieren,

Ihre LOKALE AGENDA von Klein-Winternheim

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