Veranstaltung zum Thema Fluglärm in Klein-Winternheim im März 2011

 Am Donnerstag, den 10. März 2011, hatte Ute Granold, Ortsbürgermeisterin und MdB, um 17.00 Uhr alle Klein-Winternheimer  in die Haybachhalle eingeladen. Es ging um das zentrale Fluglärm-Thema: "Festlegung der Flugrouten". Sehr viele Bürger waren der Einladung gefolgt. Für viele in der Region ist die Fluglärmbelastung schon seit langem unerträglich.

Auf dem Podium saßen  von links nach rechts: Dorothea Schäfer (Landtagsabgeordnete), Dietrich Elsner (Bürgerinitiative Mainz-Lerchenberg), Dr. Rene Weinandy (Umweltbundesamt), Ute Granold (Orts-Bürgermeisterin und MdB), Wolfgang Reichel (Umweltdezernent der Stadt Mainz), Prof. Thomas Münzel (Krankenhauschef in Mainz).

Bei dem Treffen wurde deutlich, dass Ober-Olm und Klein-Winternheim durch die neuen Flugrouten besonders belastet sind. Im schlechtesten Fall kann es zu 365 Tagen im Jahr mit Fluglärm kommen. Es sei begelegt, das Fluglärm zu Herzinfarkten, Depressionen etc. führen könne. Lärm sei eine unterschätzte Umweltbelastung. Ohne große Öffentlichkeitsbeteiligung würden Flugrouten festgelegt, die die Gesundheit der Anlieger gefährdeten. Gefordert wurde deshalb ein Planfeststellungsverfahren für Flugrouten mit Bürgerbeteiligung, wie sie für jede kleine Umgehungsstraße vorgesehen sei.

Empört äußerten sich Besucher der Veranstaltung zu dem bereits heute existierenden Lärm. Auch die Versuche, das in der Mediation festgeschriebene Nachtflugverbot zu unterlaufen, stieß auf entschiedenen Widerstand. Das Lärmschutzgesetz, so einer der Experten, schütze mehr den Lärm als die Menschen. Transport sei insgesamt zu billig. Jeder der gegen Fluglärm sei, müsse auch seinen Lebensstil überdenken. Wer Erdbeeren vom anderen Ende der Welt kaufe oder nur mal so für 49 Euro nach Barcelona fliege, verschärfe das Problem.

Die Politiker und Experten auf dem Podium freuten sich über die in großer Zahl erschienen Bürger. Nur so sei es möglich, Druck in der Öffentlichkeit und bei den Gremien zu erzeugen. Ohne diese Unterstützung der Bürger seien lärmkritische Politiker und auch Experten nicht durchsetzungsfähig. Viel zu lange hätten sich die Bürger nicht für die drohende Verlärmung der Region  in ausreichender Zahl interessiert. Am Ende werde wohl geklagt werden müssen, weil die Verfahren weit fortgeschritten sind. Die Stadt Mainz sei dazu entschlossen und auch im Landkreis Mainz-Bingenstehen die Chancen gut für einen Gang vor Gericht.

Weiter ist offen, wie gross am Ende die Belastung für die Region ausfallen wird. Klar war: Nur wenn sich die Bürger wehren, kann das Schlimmste verhindert werden. (siehe auch unten: Fluglärmbeauftragter der Verbandsgemeinde und Kontaktmöglichkeiten für Beschwerden.)

[BW]

Hier lesen Sie den informativen Artikel der AZ zu der Veranstaltung, bitte klicken Sie auf das Bild dieses Artikels, um zu einer größeren Version zu kommen:

 

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