FOTOTAGEBUCH DES JAHRES 2020 - die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg"



6. Januar 2020

Die dritte Eiche

Anfang des Neuen Jahres startet die Lokale Agenda ein Projekt für die nächsten Jahrhunderte. Sie pflanzt eine (dritte) Eiche auf die Ausgleichsfläche am Wingertsweg - und wünscht ihr alles Gute !!

Am Pflanztag ist es kühl und etwas neblig.
Die kleine Eiche ist bereits vor zwei, drei Jahren gekeimt.
Die erste Zeit hat sie beschützt im Blumentopf zugebracht.
Sie bekommt ihren Platz neben einer Esche, die wegen Fegeschäden und der Trockenheit der letzten Jahre eingegangen ist,
Nachdem große Bäume neu gepflanzter Eichen sich nicht auf der Fläche haben halten können, versuchen wir es mit kleinen Pflanzen, die aufwachsen, wo sie auch bleiben sollen.
Der Maschendrahtkäfig soll die Rehe abhalten, die gerne die frischen jungen Triebe abfressen.
Hinter dem Draht ist die neue Eiche kaum zu erkennen - aber sie kann 40 Meter hoch und 800 Jahre alt werden.
Wir sind gespannt, drücken der Eiche die Daumen - und versprechen, in den ersten Jahren gelegentlich mit einigen Kanistern Wasser vorbei zu kommen.

Ab dem 8. Januar 2020 ...

Das geheime Leben auf der Ausgleichsfläche ...

Auch im Winter "lebt" die Ausgleichsfläche, am Tag und in der Nacht. Bilder der Infrarot-Fotofalle. Vor einiger Zeit hatten wir so schon Bilder von Reh, Gartenschläfer und Igel bekommen. Wir sind gespannt, was uns jetzt vor die Linse kommt. Die Reihe wird fortgesetzt, schauen Sie gelegentlich mal wieder vorbei.

Am frühen Abend steht der Mond schon über dem Tal.
Es ist winterlich ruhig - bei milden Temperaturen für die Jahreszeit.
Am Rand des Gebüsches haben wir unsere Infrarot-Fotofalle aufgebaut.
Als erstes erwischen wir an einem großen Erdloch eine kleine Maus. Dann kommen die größeren Gesellen vorbei ... und von denen haben wir sogar VIDEOS!

In der Nacht läßt sich ein vorsichtiger Hase blicken:

Am Tag kommt der Hase dann noch mal vorbei - ob er hier "wohnt"?

Zwei Rehe trauen der Kamera nicht über den Weg:

Diesmal – Drei entspannte Rehe verlassen morgens die Fläche:

Ungerührt macht der Fasan seinen täglichen Spaziergang:


15. Januar 2020

Sonnige Tage

Es ist meistens warm und sonnig bisher im Januar, kaum Frost, manchmal um die 14 Grad Celsius. Ein Schwarm Saatkrähen zieht vorbei und ein Greifvogel beobachtet das Getümmel. Das Grün und Gelb der  Flechten und Moose verziert die Steinhaufen und die Bäume. Ein Busch hat sich eine braune Blattbrosche zugelegt und letzte Hagebutten setzen rote Tupfer.


22. Januar 2020

In dieser Nacht hat es immerhin mal gefroren


15. Februar 2020

Die Boten des Vorfrühlings

Auch wenn es gelegentlich gefroren hat, ist kein richtiger Winter in Sicht. Die Haselnüsse präsentieren ihre Blütenkätzchen als Boten des Vorfrühlings, die Knospen der Nussbäume sind schon prall und die ersten Kornellkirschen sind dabei, ihre Blüten zu öffnen.


22. Februar 2020

Die Fotofalle hat wieder "zugeschlagen"

Eine besonders nette Szene, der auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" installierten Fotofalle, haben wir heute morgen auf dem Speicherchip gefunden und wollen Ihnen die nicht vorenthalten - aus der Reihe: "Das geheime Leben auf der Ausgleichsfläche". Klicken Sie hier oder auf das Bild unten, um zum Video zu kommen.


27./28. Februar 2020

...dann schneit es doch noch einmal!

Kurz vor Ende des kalendarischen Winters gibt es für zwei Tage noch einen kurzen Schnee-Winter zu verzeichnen. Am 27ten schneit es für einige Stunden: Schnee-Chaos auf den Straßen und dann ein freundlicher Winter-Urlaubs-Anblick am Morgen des 28ten auf der Ausgleichsfläche.

Die Überraschung des Tages ...

... finden wir dann auf dem Speichercip der Fotofalle, einen noch nicht hier gesehenen Gast der Ausgleichfläche, der schnüffelnd durch Schnee und Unterholz kommt - es ist ein Fuchs. Wir drücken unseren anderen Gästen, dem Hasen, den Fasanen die Daumen, dass der Fuchs diesmal hungrig nach Hause gehen musste. Hier geht es zum Video.


4. März 2020

DIE FOTOFALLE: Eine Mahlzeit für den Bussard

... und wieder gibt es eine ungewöhnliche Aufnahme der Fotofalle auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg". Ein Bussard hat etwas gefangen, vermutlich eine Maus - und wie es der Zufall will, frißt er seine Beute direkt vor unserer Kamera. Mit so einer Aufnahme haben wir nicht gerechnet und freuen uns über den Einblick aus der Reihe: "Das geheime Leben auf der Ausgleichsfläche" l!! Hier geht es zu dem neuen Video.


13. März 2020

Die Kornelkirsche und ihre Freunde

Die Kornelkirsche ist inzwischen voll erblüht, die Schlehen ziehen nach. Die Rosen haben sich entschlossen, erst mal mit den Blättern anzutreten.


16. März 2020

Wildbienen und Schlüsselblumen

Die wertvolle Wiesen-Schlüsselblume ist auf der Ausgleichsfläche heimisch geworden.
In einigen Bundesländern steht sie als bedroht auf den Roten Listen.
Vor Jahren ist diese Primel irgendwo geflüchtet und auf der Ausgleichsfläche eingewandert - und blüht unverdrossen.
An dem Bienenhaus ist eine Menge los.
Die Männchen der Roten Mauerbiene suchen nach paarungsbereiten Weibchen.
Die Männchen sind schon früher geschlüpft ...
... und warten jetzt auf die Damen, die etwas später in den Frühling starten.
Mit winzigen Blüten, aber durchaus selbstbewußt, das "Behaarte Schaumkraut".
An vielen Wegrändern zuhause und auch auf der Ausgleichsfläche, die "Purpurrote Taubnessel", ein wichtiger Frühjahresblüher.
Aber vorneweg, an vielen Stellen, die Schlüsselblume, ....
... die mit ihrem leuchtenden Gelb um Aufmerksamkeit buhlt.

20. März 2020

DIE VIDEO-FALLE: Zwei Damen unterwegs

Aus unserer beliebten Serie: Das geheime Leben auf der Ausgleichsfläche heute zwei ganz entspannte Fansanen-Damen, nachdem sich bisher nur der buntere Fasanenherr hat sehen lassen.


30. März 2020

DIE FOTOFALLE: LIEBE unter GREIFEN

Aus der beliebten Reihe "Das Geheime Leben auf der Ausgleichsfläche": Ganz besondere Aufnahmen hat die FOTO-FALLE auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" jetzt geliefert. Zuerst nimmt sie einen langweiligen Baumstamm mit seinen Stützpfählen auf, dann kommt ein Greif und dann ... 

ABER SCHAUEN SIE SELBST !!


6. April 2020 - Blütenrausch und kleine Flechten

Zu OSTERN (virtuell) auf die AUSGLEICHSFLÄCHE

Zu Ostern laden wir Sie zu einem virtuellen Spaziergang über die frühlingshafte Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" ein. Es ist erstaunlich, wieviele schöne und interessante Bilder innerhalb kürzester Zeit auf der renaturierten Fläche zu finden sind, die wir Ihnen gerne zeigen möchten. Schließlich ist es ja nicht möglich, dass jeder einfach auf eigene Faust mal gucken geht. Gerade jetzt im Moment beginnen die Bodenbrüter ihr Nachwuchsgeschäft und auch von uns ist beim Begehen zu Pflegezwecken noch mehr Zurückhaltung und Vorsicht als sonst gefragt. Damit Sie auch sehen können, was da los ist, jetzt dieser Spaziergang für Sie online. Viel Spaß und bleiben Sie an unserer Homepage dran, es kommt immer wieder Neues, die Natur verändert sich ja immer und hält für uns Überraschungen bereit.

Das Frühjahr zeigt sich im weißen Blütenkleid, gemischt mit zartem Grün.
Die Schlehenbüsche haben zu den ersten gehört, die ihre Blüten zeigten.
Es ist schon viel passiert, dabei hat die Wiese selbst noch gar nicht richtig losgelegt.
Der Busch zeigt, was er drauf hat.
Blüte für Blüte ein Kunstwerk.
Nach den Schlehen, aber noch vor Ostern, die Vogelkirschen.
Erst mal blühen, die grünen Blätter kommen später.
Jede Menge Vögel auf der Fläche, die Blaumeise will wissen, wer da knipst.
Das Hausrotschwänzchen fühlt sich hier auch ohne Haus wohl.
Es ist besonders neugierig und kommt immer wieder gucken.
Einer der bekanntesten Gartenvögel, das Rotkehlchen.
Eher selten, das Schwarzkehlchen, in Deutschland auf den Roten Listen (inklusive der Vorwarnlisten).
Auf einem der Felsen eine Königskerze - hoffentlich ist es da nicht zu trocken.
Die Felshaufen sind über die Jahre Flechten- und Moosbiotope geworden.
Ärgerlich: Selbst hier werfen verantwortungslose Zeitgenossen ihren Müll hin.
Eine Pflanze, die vorwiegend am feuchten Haybach zu finden ist, gibt es auch hier: das Scharbockskraut.
"Scharbock" ist eine alte Bezeichnung für "Skorbut". Gegen die Mangelkrankheit half die Pflanze in früheren Zeiten.
Nach dem Winter bekämpften die Menschen mit den vitaminreichen Blätter den Skorbut. Vorsicht war geboten: Mit der Blüte wurden die Blätter giftig.
Neue Blätter suchen ihre Form.
Jedes auf seine Art.
Erste interessante Gräser tauchen auf, das Wiesen-Fuchsschwanzgras.
Nicht so häufig wie sonst in der Landschaft, der Löwenzahn - weil die Ausgleichsfläche bereits etwas abgemagert ist, haben auch andere Arten hier eine Chance.
Hier und da ein Gänseblümchen. Der Wollschweber kommt auf einen Sprung vorbei - die Flügel so schnell, dass man sie nicht sieht.
Die hat sich erfreulicherweise durchgesetzt, die Wiesen-Schlüsselblume ...
... nur echt mit den orangenen "Saftmalen" in der Blüte.
Der winzige Gundermann enthüllt seine Schönheit erst dem Makroobjektiv. Lebt an vielen Stellen, die anderen zu bescheiden sind und hat eine große Geschichte als Heilpflanze und Gewürz.
Die purpurrote Taubnessel, 2020 besonders vital und häufig, sagen die Experten; ein Wildkraut, das den Körper entgiften können soll.
Dem Käfer tut die Wolfsmilch nichts, für Menschen ist sie giftig.
Ein reich gedeckter Tisch für Bienen und andere Insekten.
Unten auf der Ausgleichsfläche das Bienenhotel.
Mehr zu hören als zu sehen, das Summen zahlreicher Wildbienen.
Die Männchen, die früher schlüpfen, suchen in den Brutröhren nach paarungsbereiten Weibchen.
Draußen auf den Totholzhaufen suchen andere Bienen bereits Nistmöglichkeiten für ihren neuen Nachwuchs.
Totholz ist Lebensraum für überraschend viele Tiere.
Irgendwo in der Nähe bereitet sich eine Schnecke auf das Ende der Winterstarre vor; hier auf der Fläche sind Schnecken willkommen.
Jeder Platz eignet sich für ein Biotop - und wenn es die Querhölzer der Pflanzpfähle sind, die Flechten eine Heimat geben.
Viel los auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg". Und dabei hat das Jahr gerade erst begonnen.
Ach ja, das hätten wir beinahe vergessen: Der Osterhase hat natürlich auch vorbei geschaut!

13. April 2020 - Ostern

"Zu den drei Eichen". Oder: "Zu den drei Kirchtürmen"?

Am Ostermontag geht es früh und äußerst vorsichtig, um keine Bodenbrüter zu stören, auf die Ausgleichsfläche, um unsere drei kleinen Eichen zu wässern. In früheren Jahren haben wir sogar einige Eichen verloren, das soll nicht noch mal passieren. Vielleicht bekommt die Ausgleichsfläche dann irgendwann den Namen "Zu den drei Eichen"?

Der Bussard ist schon lange wach und guckt, was da los ist.
Die obere Eiche, als mittlere gepflanzt, ist bisher die vitalste ...
... mit vollem Wurzelballen gepflanzt und in den trockenen Sommern meist gewässert.
Noch ein Stückchen unter dem Maschendraht, der Rehe fern halten soll.
Der Baum auf mittlerer Höhe, als erster gepflanzt, hat einiges mitgemacht.
Am Anfang kaum gegossen, einen starken Trieb von einem Reh weggebissen. Aber wir haben dazu gelernt.
Auch wenn er immer noch viel empfindlicher als der obere Baum auf Wassermangel reagiert, hat er seinen Schutzkäfig schon verlassen.
Die jüngste Pflanzung, von Anfang diesen Jahres, gerade mal eine bis zwei Hände hoch.
Am weitesten unten auf der Fläche, wie sind gespannt, wie sie sich hier machen wird.
"Zu den drei Eichen" der neue Name - oder doch "Zu den drei Kirchtürmen"?
Von der Fläche aus streift der Blick bis rüber nach Nieder-Olm.
Von der anderen Seite ...
... schaut Ober-Olm.
Und natürlich die Heimatgemeinde ...
Klein-Winternheim mit St. Andreas.
Der Rundblick ist beendet, es geht zurück.
Noch eine nicht so schöne Sache ....
An einem der Obstbäume haben vermutlich Rehe bei einem neuen starken Seitenast die Rinde abgefressen.
Schön: Die klassischen Wiesenblumen kommen bereits.
Und auch die Nachzügler-Blätter sprießen. Alles zusammen völlig unabhängig vom Namen und vom Rehgeknabber: Einfach schön!

7. Mai 2020

Was ist eigentlich aus den Zauneidechsen geworden?

Natürlich treibt uns die Frage um, was aus den Zaueidechsen geworden ist, die 2018 auf die Ausgleichsfläche umgesiedelt wurden. Im letzten Jahr (2019) ergab eine Untersuchung, dass sich die umgesiedelten Tiere sogar erfolgreich vermehrt hatten. Unter den damals eigens angelegten Echsenhügeln haben sie überwintert und sollten ab April wieder aktiv sein. Und auch in diesem Jahr haben wir Tiere gesichtet, die aber zu schnell für ein Foto waren. Wir haben den verantwortlichen Biologen Thomas Merz gefragt, wie der aktuelle Stand ist, wie er die Situation auf der Ausgleichsfläche einschätzt: "Die Eignung der Ausgleichsfläche als Habitat hat sich gut entwickelt, da es durch unterschiedlich gepflegte Wiesenbereiche viele kleinräumige Strukturen gibt. Für die wechselwarmen Tiere sind ausreichend Sonnen- und Schattenplätze wichtig, die durch das Nebeneinander unterschiedlicher Vegetation mit lückigen Magerrasen, höheren Wiesen und Schatten spendenden Obstbäumen gewährleistet werden. Für die Eiablage sind zudem sonnenbeschienene grabbare Sandhaufen angelegt worden, die die Reproduktion begünstigen und durch weitere Pflege offen gehalten werden. Insgesamt ist die aktuelle Entwicklung der Tiere selbst und der Lebensraumbedingungen als sehr positiv zu bewerten und lässt auf noch mehr Individuen in den zukünftigen Jahren hoffen." - Das für den Moment.

Gerne hätten wir aktuelle Bilder der Zauneidechsen gezeigt, da wir zur Brutzeit aber nur auf die Fläche zu Pflegemaßnahmen gehen, sind die Chancen erstmal gering. Wir bleiben aber dran.

NACHTRAG: Mitte August, wenn die ersten Zauneidechsen schon Richtung "Winterschlaf" verschwinden, können wir Zauneidechsennachwuchs auf der Fläche dokumentieren. Die Bilder finden Sie hier.


24. Mai 2020

Grünes Gras und buntes Allerlei

Von Mitte April bis gegen Ende Mai verändert die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" deutlich ihr "Gesicht", das Gras schießt nach oben, die typischen Frühsommerblumen kommen und die Insekten werden zahlreicher.

Mitte April geht ist es so weit, das Gras legt richtig los.
Für einige Zeit zieht das Fuchsschwanz-Gras die Blicke auf sich.
Neue Besucher erforschen das frische Grün.
Klein-Winternheim – der "Parkblick".
Die Blüten eines Wild-Apfelbaums sind besonders eindrucksvoll.
Dieser Baum setzt auf flächendeckende Pracht.
Das letzte vergehende helle Grün des Frühlings.
Die obere Baumgruppe. Rechts stand die Ende 2017 gepflanzte Mehlbeere, die die heißen letzten Sommer trotz Wässern nicht überstanden hat.
Der Weißdorn vor dem Bienenhotel, der übrigens 500 Jahre alt werden kann.
Sehr beliebt bei den Tieren, z.B. die seltenen Gartenschläfer suchen später im Jahr seine Früchte.
Rheinhessen ist Wildrosenland.
Eine Wildbiene nimmt ein Blütenbad – nur so groß wie eine Ameise, die Keulhornbiene.
An den Stacheln an ihrer Hinterseite sollst Du sie erkennen: Die Igel-Fliege.
Eine Schwebfliege besucht den Nelkenwurz, der für seinen Namen nichts kann.
Der Kopf sieht aus, als ob er aus Schaum besteht, die Dickkopffliege "myopa dorsalis fabricus", sagt Google.
Und dieser schwarzweiße Geselle, auf der Blüte kaum auszumachen, ist das "Ackerwinden-Bunteulchen", ein Nachtschmetterling, auf den Roten Vorwarnlisten.
Die Margerite als gut besuchter Tummelplatz.
Vorne unser Totholzhaufen, inzwischen mit Nussbaum.
Die "Burgen" der Zauneidechsen. Es geht ihnen gut, sagen die verantwortlichen Biologen. In diesem Jahr sind sie bisher zu schnell, um foografiert zu werden.
Eine der Elsbeeren zeigt viele braune Blätter.
Ist es die Trockenheit oder doch etwas anderes?
Von Nahem sieht es nach Milben aus. In früheren Jahren ist der Baum mit solchen Attacken fertig geworden.
In der Nähe des Bienenhotels, dieser Mehlbeere, gepflanzt Ende 2017, geht es gut. Sie war die Spende einer Klein-Winternheimerin zu ihrem Geburtstag.
Der Grünspecht läßt es sich nicht nehmen, "hallo" zu sagen.
Gut vertreten in der Wiesengesellschaft: Der Wiesensalbei.
Der Kohlweißling ist willkommen.
Immer ein Freude einen von den relativ empfindlichen Bläulingen auf der Fläche anzutreffen.
Ein Ochsenauge schaut sich um.
Die Acker-Witwenblume bleibt nicht lange alleine, ein Schwebfliege ist zu Besuch gekommen.
Königskerzen, die sich auf den Steinhaufen angesiedelt haben sind noch da – auch wenn wir nicht wissen, woher sie sich Wasser und Nahrung holen ...
Diese Königskerze muss eine besondere Überlebenskünstlerin sein ...
Und was ist mit den drei kleinen Eichen? Die auf mittlerer Höhe, die älteste hatte in den letzten Jahren sehr gelitten. Sie sieht prächtig aus.
Die kleine Eiche oben, letztes Jahr sehr vital, ist im April stark gekommen, hatte dann einen Raupenüberfall zu verkraften, der sie etliche Blätter gekostet hat.
Die kleine Eiche unten, dieses Jahr gepflanzt, hat keine Blätter mehr, sie ist komplett abgenagt. Sie bildet neue Knospen. Ein harter Start auf der Fläche.
Jedes Jahr dabei, das Taubenkropf-Leimkraut ...
... genauso wie die elegante Esparsette, früher eine gewöhnliche Futterpflanze für schwer arbeitende Pferde ...
... und wie der freundliche Kleine Wiesenknopf, der nur aus der Ferne betrachtet langweilig wirkt.
Der Hartriegel hat sich ein Plätzchen am Rand der Fläche erobert. Ein Gewinner des relativ seltenen Mähens in den letzten Jahren.
Noch steht alles in sattem Grün. Hoffen wir, dass der Sommer nicht zu trocken wird.
Wir gucken uns im Sommer weiter um, und zeigen Bilder "der kleinen Wildnis vor unserem Dorf", versprochen !!

12. Juli 2020

Der seltene und besonders geschützte Gartenschläfer lebt auf unserer Klein-Winternheimer Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg"

"Zorro", die "Schlafmaus", alias der "Gartenschläfer"
(Archiv-Foto: Wikipedia, Laurent, CC BY-SA 3.0)

Manche nennen ihn "Zorro", wegen der schwarzen Augenmaske, die sein Gesicht kennzeichnet, andere "Schlafmaus", weil er etwa 7 Monate des Jahres seine Körperfunktionen runterfährt und die kalten, nahrungsarmen Monate inklusive Winter einfach verschläft. Fest steht, dass die Anzahl des niedlichen mäusegroßen Nagers europaweit dramatisch geschrumpft ist, ohne dass die Gründe genau bekannt sind. Die Naturschutzorganisation BUND, die Senckenberg-Gesellschaft und die Justus-Liebing.Universität Gießen haben mit Mitteln des Bundesamtes für Naturschutz ein Projekt gestartet, um dem Gartenschläfer zu helfen.

Zuerst läuft eine Bestandaufnahme, wo er noch lebt. Bürger sollen Sichtungen melden. Auf der Meldekarte des BUND  ist zu erkennen, dass in Rheinland-Pfalz noch relativ viele der wenigen Gartenschläfer zu finden sind, wir haben eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Art, die auch in Deutschland auf dem Rückzug ist und inzwischen auf den Roten Listen steht. Da Gartenschläfer normalerweise in der freien Wildbahn nachtaktiv sind, haben wir haben eine Infrarot-Fotofalle auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" aufgestellt ...

... und konnten mehrere Gartenschläfer - stark verpixelt, aber für Fachleute zweifelsfrei zu erkennen - dokumentieren. Wir freuen uns, dass sich die Tiere offensichtlich auf der stark strukturierten Fläche bereits jetzt wohlfühlen. Trotzdem werden wir im Laufe des Jahres noch spezielle Gartenschläfer-Nistkästen anbringen, um den seltenen und bedrohten Tieren noch mehr zu helfen.

Informationen zur Gartenschläfer-Aktion des BUNDES und der anderen Organisationen finden Sie hier.

 

 


17. August 2020

Nachwuchs bei den Zauneidechsen

Zauneidechsen sind nur selten zu sehen, sie führen, wie Fachleute sagen, "ein geheimes Leben". Schon im August, sobald sie sich genug Energie angefressen haben, ziehen sich die relativ großen Männchen der Vorjahre in den "Winterschlaf" zurück, die vorjährigen Weibchen, geschwächter durch die Eiablage, folgen etwas später nach. Der Nachwuchs dieses Jahres ist dann immer noch für einige Wochen unterwegs, wenige Zentimeter gross, müssen die Tiere noch bis in den September hinein fressen und wachsen, um genung Substanz für den Winterschlaf anzusetzen. Eine der streng-geschützten kleinen Nachwuchsechsen, die kaum von kleinen Ästchen zu unterscheiden sind, haben wir fotografieren können – und wünschen ihr und ihren Artgenossen alles gute und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.


Juni, Juli und August 2020

Drei Monate auf der Ausgleichsfläche: Der besondere "Sommerspaziergang"

In sattem Grün beginnt die Wiese der Ausgleichsfläche ihre Reise Ende Mai / Anfang Juni durch die nächsten drei Monate. Blumen blühen und vergehen, zahlreiche Insekten bevölkern das Land und kämpfen darum, ihre Nachkommen durchzubringen. In über 90 Bildern schildert der Agenda-Fotograf Bodo Witzke, was ihm in dieser Zeit auf den 1,5 Hektar begegnet ist. Besonders spannend ist der intensive Blick auf das Bienenhotel, das sich bei genauem Hinsehen als ein dramatischer Ort entpuppt, an dem es um Alles geht. Gegen Ende August ist die Wiese braun geworden, die Heupferde haben das Regiment übernommen. Und zwischendurch zeigen sich seltene Käfer, eine Zauneidechse und auch Störche lassen sich mal als Überflieger sehen.

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und klicken Sie sich, wandern Sie durch die Ausgleichsfläche und erleben eine Vielfalt, die Sie als Spaziergänger, der korrekterweise auf den Wegen bleibt, so nicht sehen können.

Viel Spaß und interessante Eindrücke !!

(Auf dem PC am besten auf das erste Bild klicken, das dann vergrößert wird und sich mit der rechten Pfeiltaste durch die Serie klicken.)

Der Kirschbaum unten auf der Ausgleichsfläche hat schon vor Wochen geblüht ...
... und seine Kirschen sind schon bald so weit.
Drei junge Eichen gibt es auf der Fläche ...
... die wir nach den Erfahrungen mit der Trockenheit der letzten Jahre schon zeitig zu Wässern beginnen.
Das Jahr ist trocken, aber gelegentlich regnet es doch etwas – kein Vergleich mit dem völlig regenfreien Sommer 2018.
Die Wiese zeigt ihre Farben.
Rot mit etwas Wind.
Das Große Ochsenauge, ein häufiger Schmetterling. Seine Raupen fressen z.B. gerne das Fuchsschwanzgras, das es auf der Fläche gibt.
Die Magerwiesen-Margeriten zeigen die für eine große Artenvielfalt günstige Magerwiese an.
Vorsichtig starten die ersten Blüten des Wiesenklees ...
... um schon bald ganze Kleeteppiche zu bilden.
Zum ersten mal auf der Fläche, die Wilde Karde, die bis zu 1,50 m Größe erreichen kann.
Die Wilde Karde mit ihren graphisch markanten Blüten, die von vielen Insekten geschätzt werden.
Die Gräser sind schon vor langer Zeit gekommen, jetzt setzen die Blühpflanzen mit bunten Tupfen im größeren Stil nach.
Ein Schachbrettfalter, Schmetterling des Jahres 2019 ...
... die Schachbrettfalter lieben besonders Skabiosen und die Flockenblumen. Sie sind ...
... seit Jahren zahlreich auf der Wiese vertreten.
Auch die Ochsenaugen sind regelmäßige Besucher.
Roesels Beißschrecke (Roeseliana roeselii), eine Laubheuschrecke, die nach August Johann Rösel von Rosenhof benannt wurde, der mit seinen berühmten „Insecten-Belustigungen“ zu einem Wegbereiter der wissenschaftlichen Naturbeobachtung wurde. (Wikipedia)
Von denen gab es einige Zeitlang einige auf der Fläche, eine Art winziger Motte, ein "Chrysocrambus", einen deutschen Namen dazu gibt es wohl nicht.
Die Erdhummel darf nicht fehlen.
Vermutlich würde die Graue Fleischfliege einen eleganteren Namen wie "Schachbrett-Fliege" vorziehen.
Eine Weißling, über 1000 Arten gibt es weltweit. In Deutschland ist es meist ein Kohlweißling.
Die große, schwarze Holzbiene hat auf der Fläche genug Totholz, um Brutkammern für ihren Nachwuchs zu bauen. Und was zu Naschen gibt es auch.
Die Wicken sehen aus, als seien sie aus irgendeinem Garten entkommen; die Insekten lieben sie.
Die "Savanne von Klein-Winternheim".
Wilde Möhre und Kamille, vermutlich Hunds-Färberkamille, beide ökologisch ausgesprochen wertvoll.
Die Bockkäfer sind relativ häufig. Diese beiden wollen, dass es so bleibt.
Ein Dickkopffalter hat sich die vertrockneten Brombeerblätter ausgesucht ...
... der Weißling nimmt lieber ein frisches, grünes Blatt.
Das Bienenhotel – und wer hier außer den Bienen noch lebt.
2010 wurde es eröffnet. Das schöne Haus ist etwas in die Jahre gekommen und wird gelegentlich renoviert werden. Bienen gibt es hier im Frühljahr viele, jetzt sind andere Gesellen zu beobachten.
Eine der Brutröhren ist mit Bienenlarven gefüllt. Eine Schlupfwespe setzt ihren dreigeteilten Legebohrer an, um ihre eigenen Eier in der Röhre abzulegen.
Als Parasiten werden die jungen Schlupfwespen hier aufwachsen, Bienenvorräte und Bienenlarven fressen. Auch das gehört zur Natur.
Hinterher wischt die Schlupfwespe mit ihren Fühlern über das Bohrloch, wie um unsichtbar zu machen, was hier geschehen ist.
Etwa 40% der Lebewesen in Bienenhotels sollen keine Bienen sein, darunter viele Parasiten – die durchaus auch zu den geschützten Arten zählen können.
Hier ist eine kleine Wespe unterwegs, die ebenfalls ihre Eier in Brutröhren mit Bienenlarven legen möchte.
In ähnlicher Farbe und Größe gibt es auch Bienen, aber das ist eine Keulenwespe, deren Nachwuchs als Parasiten von den Vorräten und Larven der Mauerbienen lebt.
Jede Ritze untersuchen die Keulenwespen auf der Suche nach Bienengelegen. Ihre charakteristischen nierenförmigen Augen sind gut zu erkennen.
Noch eine Schlupfwespe, von denen es tausende von Arten gibt, diesmal eine mit einem kürzeren Legebohrer.
Sie macht sich auf die Suche nach einem Platz für ihre Eier, auf dem Hartholzblock, dessen Bohrlöcher bei Bienen besonders beliebt sind, weil sie frei von Rissen und Splittern sind.
Eine Lehmwespe, die solitär lebt und hier eine ganze Reihe von Röhren untersucht ... vielleicht auf der Suche nach Nahrung für ihre eigene Brut.
Die Goldwespe in metalllisch blau und metallisch rot. Kommt gerade aus einem Bienenröhrchen, in das sie vermutlich gerade ihr Eier abgelegt hat.
Einer der elegantesten Parasiten im Reich der Bienen, der ohne Aufenthalt weiter auf die Suche nach weiteren interessanten Brutröhren geht.
Suchend läuft die Goldwespe herum, während aus einer der Brutröhren das Hinterteil einer Mauerbiene ragt, die dort vielleicht ihr Gelege vorbereitet.
Vielleicht eine Mauerbiene im Anflug – vielleicht ist es aber auch eine "Kuckucksbiene", die ihre Brut anderen Bienen unterschiebt. Das können an Hand des Bildes auch die Fachleute nicht unterscheiden, beides ist möglich.
... und an einem Querholz hat sich eine Raubfliege positioniert, um kleinere Insekten beim Vorbeiflug zu schnappen.
Das "friedliche" Bienenhotel: Anders als im Frühjahr, wo Schwärme von Wildbienen hier tanzen, ist es im Hochsommer ein Tummelplatz der Parasiten. Aber, wie gesagt, auch das gehört zur Natur.
Inzwischen hat die Karde einen ersten lila Blühring entwickelt ...
... passend zu den Farben seiner Wiesen-Umgebung.
In den wilden Ecken werden die Brombeeren reif.
Und endlich tauchen dann auch die seltenen Esparsetten-Widderchen auf, die auf den Roten Listen stehen ...
... und bei uns erfreulicherweise seit Jahren immer noch relativ häufig sind. Hier belagern sie den Dost, der auch unter den Namen Oregano oder Majoran bekannt ist.
In diesem Jahr zum ersten mal auf der Fläche gesehen: Einer der seltenen Rosenkäfer.
Den sieht man mit Vergnügen immer wieder ...
... den einheimischen 7-Punkt-Marienkäfer, der seine Runden auf der ununterbrochenen Suche nach Blattläusen oder einem Quicky dreht.
Die Bläulinge machen sich auf allen Wildblumen gut.
... und auf mancher Blüte kann es auch mal richtig eng werden. So soll es sein, auf einer Naturwiese.
Das Große Grüne Heupferd ist mit seinen 4 cm ein Riese unter den Laubheuschrecken und mustert selbstbewußt in aller Ruhe den Fotografen.
Die grünen und braunen Farbtöne vermischen sich im Laufe der Wochen im Wiesen-Meer.
Die Karde zeigt ihren besonderen Blühtrick: Der Äquator-Blühstreifen vom Anfang teilt sich in zwei Blühstreifen auf, die sich auf die Wanderung zu den entgegengesetzten Polen machen.
Auch eine Seltenheit, in vielen Bundesländern auf der Roten Liste, der Trauer-Rosenkäfer ...
... den es in Rheinland-Pfalz noch relativ häufig gibt. Eine Art, für die wir eine besondere Verantwortung tragen.
Der Sommer schreitet voran und die Heuschrecken werden häufiger.
Für sie sind Trockenheit und Hitze kein so großes Problem.
Die Zeit des Überflusses, an vielen Sträuchern ...
... gibt es Beeren für die Wildtiere.
Einige der Königskerzen haben überlebt, an den Steinhaufen, wo anderes nicht wachsen mag.
Immer wieder fliegen in diesem Sommer Störche über Klein-Winternheim und über die Ausgleichsfläche.
Die hier ziehen vorbei, haben andere Ziele.
Kleine Pflegemaßnahmen gegen invasive Pflanzen, hier die Kanadische Goldrute. Manchmal geht es auch gegen das Orientalische Zackenschötchen.
Bäume-Wässern gehört in diesen Zeiten dazu.
An der oberen von drei jungen Eichen, Abendstimmung mit Wasserkanister.
Innerhalb der letzten Woche hat sie eine volle Handspanne an Höhe gewonnen.
Die Eiche auf mittlerer Höhe (die älteste) reichte vor wenigen Wochen nur bis zum Querholz. Ein ordentlicher Wachstumsschub.
Die unterste der drei (und die jüngste, vielleicht drei oder vier Jahre alt) ist auch in die Höhe geschossen, über kniehoch ist sie inzwischen; zwar dünn, aber lang – nachdem Anfang des Jahres alle ihre Blätter abgefressen waren.
Und auch das haben wir gefunden: Ein aufgelassenes Nest, vermutlich von einem Fasan.
Das Nest war dort, wo häufiger Passanten herumlaufen, auch wenn wir Anfang des Jahres wegen der Bodenbrüter Warnschilder aufgehängt hatten.
Die Karden im August. Inzwischen haben sie ihre Samen verstreut und sind zu getrocknetem graphischen Wiesen-Schmuck geworden.
Als Spätblüher wichtig für die Wiese als späte Futterquelle, das Jakobs-Kreuzkraut. Im Futter-Heu wäre es schädlich für Pferde und andere Tier, hier hat es seinen Platz ...
... genauso wie die Disteln, die für viele Insekten einfach nur unverzichtbar sind.
Der Rainfarn: Für den Menschen eher giftig, für etliche Tiere wie den Smaragdspanner die einzige mögliche Wirtspflanze.
Ein Bläuling mit seinen hinreißenden geringelten Fühler-Antennen.
Die Hummeln haben nie frei. Nektarsuche auf Distel.
Mit der Zeit werden sie immer zerrupfter – das Ochsenauge fliegt immer noch.
Ende August haben die Heuschrecken die Herrschaft über die Wiese für einige Zeit übernommen.
In allen Schattierungen gefärbt, nur der Experte kann die vielen Arten auseinander halten, springen sie auf alles, was ihnen Halt bietet.
Gut getarnt auf den grauen Ästen eines Totholzhaufens ...
... zum Geheimnis des Überlebens gehört es, gelegentlich wie ein Stückchen Rinde auszusehen.
Braun geworden ist das Gras Ende August.
Heraus ragen die Zauneidechsen-Hügel ...
... und tatsächlich schenkt uns eine der jungen, diesjährigen, sehr seltenen und besonders geschützten Zauneidechsen noch zum Abschluss ihr Bild.

16. September 2020

Toll: Sieben seltene Rebhühner auf der Ausgleichsfläche "Am Wingerstweg"

Das früher häufige Rebhuhn ist inzwischen gefährdet und steht deshalb auf den Roten Listen bedrohter Tierarten in Deutschland. Immer wieder, über die Jahre, haben wir mal hier und da ein Rebhuhn auf der Klein-Winternheimer Ausgleichsfläche gesehen und uns darüber gefreut. Jetzt haben wir auf der Fläche eine ganze Familie von Rebhühner entdecken können, insgesamt sieben Tiere, eines ist mal für ein Fotos aus der Deckung gekommen, ein zweites ist unscharf dahinter. "Eine tolle Sache ist das", versichert uns der Experte Rainer Michalski vom NABU Rheinhessen  Und wir freuen uns einfach, dass diese seltenen Tiere bei uns leben.


23. September 2020

Jedes Jahr einmal – die Wiesen-Spezialisten bei der Mahd

Das klappt ja wie am Schnürchen und das Wetter spielt auch noch mit. Schon letztes Jahr hatte der Landschaftspfleger Martin Wieck aus Waldalgesheim das Mähen und den Abtransport der Mahd auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" übernommen, damals bei schlechtem Wetter. Jetzt ist er wieder da, mit neuem, besserem Zusatzgerät für seinen Traktor und die Sonne scheint.

Vorneweg, mit gelber Weste, der Biologe Thomas Merz. Mit seiner Firma viriditas hatte er 2018 die Umsiedlung der Zauneidechsen aus dem Baugebiet "An der Bordwiese" auf die Fläche übernommen und führt den Trecker so, dass für "seine" Zauneidechsen und die Insekten der Wiese genug Vegetationsinseln beim Mähen stehen bleiben. Bei den Untersuchungen zu den Zauneidechsen über das Jahr, sagt Merz übrigens, habe sich gezeigt, dass sich die Tiere im letzten Jahr gut vermehrt hätten. Das freut uns natürlich, zumal uns eine der jungen Zauneidechsen tatsächlich vor die Füße läuft, leider zu schnell für ein Foto.

Die Vorsitzende der Lokalen Agenda Klein-Winternheim, Dr. Irene Wellershoff, kommt vorbei und bespricht mit dem Biologen weitere Pflegemaßnahmen.

Nach dem Mähen nimmt der "Ladewagen" die Mahd auf. Die ist ökologisch so wertvoll, dass sie auf einer anderen Naturfläche ausgebracht werden soll, als Initialzündung für eine natürliche Begrünung dort. Auch ein Turmfalke schaut vorbei und läßt sich von den ungewohnt vielen Menschen auf der Fläche nicht vertreiben, er hofft vermutlich auf den gemähten Flächen leichter Beute zu finden. Aber noch ist genügend Deckung da.


September/Oktober 2020

Renovierung des Bienenhotels

Es war eines der ersten in der Region, das einladende Bienenhotel auf der Ausgleichsfläche von Klein-Winternheim, erbaut von Jupp Pötsch, Tom Zurmühlen und Hans-Peter Steinbrugger, das wir 2010 einweihen konnten. Zuverlässig konnten wir jedes Jahr an dem Hotel zahlreiche Bienen und andere Insekten sehen. Als es gebaut und mit Nistmöglichkeiten befüllt wurde, entsprach es dem Stand des Wissens, inzwischen sind einige Erkenntnisse hinzugekommen, wie man es noch besser machen kann. Deshalb haben wir uns entschlossen, das Bienenhotel bis zum kommenden Frühjahr zu renovieren.

Solide und haltbar ist das Bienenhotel gebaut, wir freuen uns, dass es uns und viele Wildbienen noch lange begleiten wird.
Etwas ist schon verschwunden, die Tannenzapfen zwischen den Holzblöcken im mittleren Fach oben. In ihnen, so wissen wir heute, sammeln sich mehr Bienenparasiten als Bienen.
Die Bambusröhrchen, alle selbst gesägt, sind weiter hervorragend für den Bienennachwuchs geeignet, sie sind aber zum Teil schon in die Jahre gekommen. Die eingerissenen und verwitterten müssen aussortiert werden.
Irene und Bernadette gehen die Röhrchen durch und achten besonders darauf, dass kein Bambus mit Bienenlarven aussortiert wird.
Ein Blick auf die Schmetterlingshäuschen in dem Fach rechts oben.
Schmetterlinge haben wir hier nicht gesehen, aber die beiden machen eine Entdeckung ...
In den Kästchen haben Wespen ein Nest gebaut – auch in Ordnung.
Besonders dekorativ, solche Holzstücke. Aber Bohrungen wie hier, parallel zur Maserung, sind auf Dauer nicht gut ...
... denn es gibt so viele Risse. Bienen nehmen diese Löcher nicht an, zumal hier auch leicht Parasiten eindringen können.
Deutlich besser, wenn auch nicht so schön anzusehen, diese Blöcke, bei denen die Löcher mit Wildbienen-Nachwuchs gut belegt sind.
Auch diese Brut-Steine erfreuen sich größter Beliebtheit.
Schritt eins der Renovierung, die nicht so geeigneten Teile sollen herausgeholt werden.
Tom geht ans Werk – und merkt, dass sie damals vor 10 Jahren alles sehr solide gebaut haben.
Das erste Fach ist leer, die Schrauben müssen noch aus der Rückwand geholt werden.
Die große Baumscheibe, die uns allen so gut gefallen hatte, braucht Hammer und Meißel.
Die alten Teile kommen an einen Ort auf der Ausgleichsfläche, wo restlichen Bienenlarven noch ungestört schlüpfen können.
Dann beginnt die weitere Planung: Wie sollen die Fächer aufgeteilt werden, was soll wohin. Bis das Bienenhotel wieder voll bezugsfertig sein wird, werden wir Agendianer noch einige Zeit brauchen.
Erstmal sieht es noch etwas kahl aus, das Bienenhotel, aber die erste gebohrten Holzblöcke sind in Arbeit und anderes auch ...

Oktober / November

Die Farben des Herbstes

Der Herbst zeigt seine Farben. Begleiten Sie uns über die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg", zusammen mit dem gar nicht so scheuen Turmfalken, dem "Weißen Hexenkissen", das weder Tier noch Pflanze ist und den vielen anderen. Viel Spaß!

Beim klaren Oktoberlicht leuchten die Herbstfarben.
Die drei kleinen Eichen auf der Fläche wurden regelmäßig gegossen (hier die oberste).
Es geht ihnen in diesem Jahr sehr gut, sie haben jeweils um die 50cm zugelegt (hier die mittlere).
Die jüngste ist inzwischen schon kniehoch (das ist die unterste auf der Fläche).
Besonders neugierig immer das Hausrotschwänzchen, hier ein Weibchen.
Regelmäßig über der Ausgleichsfläche unterwegs, der Turmfalke.
Von wem auch immer gefressen, vermutlich die Überreste einer Krähe.
Noch spät im Jahr blüht hier und da eine Königskerze.
Und auch die eine oder andere Schwebfliege ist noch aktiv.
Auch wenn die Insektenhochzeit vorbei ist, findet sich noch ein Ochsenauge.
Verhältnismäßig zahlreich, wie immer spät im Jahr, die Grashüpfer.
Und auch die diamantenen Schmeißfliegen dürfen nicht fehlen.
Das spätblühende Jakobskreuzkraut erfreut die späten Insekten.
Eine alte rote Heidelibelle – im Alter verschwindet die blutrote Farbe.
Ein besonderer Moment, der Turmfalke landet – ungewöhnlich nah.
Heute läßt er sich von keinem Fotografen der Welt aus der Ruhe bringen.
Von gegenüber grüßen Klein-Winternheim und Ober-Olm.
Wilderes Land beim Blick in die andere Richtung.
Am Rand der Ausgleichsfläche, der Müll von achtlosen Besuchern.
Wobei sich das mit dem Müll zum Glück meistens in Grenzen hält.
Die Zauneidechsenhügel verschwinden fast in den letzten Grasinseln.
Risse im Boden markieren die Trockenheit der letzten Jahre.
Das Bienenhotel ist noch am Anfang seiner Renovierung.
Der Herbst malt mit seinen Farben die Bilder der Jahreszeit.
Ton in Ton, wie hingetupft ...
...
...
... und dann das kräftige Rot der Hagebutten ...
... und das entschiedene Blau der Schlehen.
Eine Explosion der Farben.
Alle Früchte dienen als Nahrung für die Bewohner der Ausgleichsfläche.
Das sieht nach einem Futterplatz der häufig vorkommenden Gelbhalsmaus aus, die besonders die Hagebuttenkerne liebt.
Und auch die Heuschrecken sind noch unterwegs, genauso wie ...
... das "Weiße Hexenkissen": Auf der Zwischenstufe von Pflanze und Tier, vermehrt sich wie ein Pilz durch Sporen und kann sich wie eine Amöbe bewegen.
Und auch die Menschen lassen sich gelegentlich sehen, um Brombeeren zu schneiden ...
... oder um neue Wohnungen zu bringen.
Die hier sind für die seltenen und deshalb geschützten Gartenschläfer.
Mehrere dieser Behausungen werden angebracht.
Mithilfe einer Fotofalle hatten wir nachweisen können, dass diese seltenen Tiere auf der Fläche heimisch sind.
Die bunte Herbstwelt auf der Ausgleichsfläche ...
... ein artenreiches Stückchen Land ...
... im dichtbesiedelten und landwirtschaftlich stark genutzten Rheinhessen.
Hoch über der Ausgleichsfläche ziehen die Kraniche Richtung Süden.
Einiges tiefer zieht er unermütlich seine Kreise, "unser" Turmfalke.

10. Dezember 2020

Unsere Ausgleichsfläche: Ein Ort voller Leben !!

Ein Tag Anfang Dezember, es ist immer mal wieder empfindlich kalt. Für einige Zeit hatten wir mal wieder eine Fotofalle auf der Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" aufgestellt. Als wir die Kamera holen, beobachtet uns der Turmfalke, der in diesem Jahr oft auf der Fläche zu sehen ist und wir sehen eine Gruppe der seltenen Rebhühner. Auf dem Kamera-Chip finden wir dann Fasanenhähne, einen Fuchs, einen Baummarder, einen Hasen, Rehe. Auch wenn die Bilder technisch bescheiden sind, beweist uns das wieder: Die Ausgleichsfläche ist ein Ort voller Leben, auch in der kalten Jahreszeit.

Die Ausgleichsfläche "Am Wingertsweg" ...
... mit Turmfalken
... Rebhühnern
... Fasanenhähnen
... Fuchs
.... Baummarder
... Hase
... und Reh!


Ausstellung zum Haybach

Besuchen Sie hier unsere virtuelle Ausstellung zur geplanten Haybach-Renaturierung.

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Kontakt

Arbeitskreis Natur und Umwelt
Lokale Agenda 21, Klein-Winternheim
c/o Dr. Irene Wellershoff
An der Bordwiese 6
55270 Klein-Winternheim
Tel.: 06136-85421
E-Mail: LokaleAgendaKleinWinternheim(at)t-online.de

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