"Bunt und fröhlich" statt "traurig und trist" –

oder: Wie man einen RANDSTREIFEN zum BLÜHEN bringt!


"Da muss man was machen", sagte sich Reinhard Kleinschmitt, als er den traurigen und tristen Randstreifen neben der Haybachhalle in Klein-Winternheim sah, an dem jeden Werktag die Kindergartenkinder von St. Franziskus vorbei gehen.

"Die Kinder sollen mehr Natur sehen und für die Insekten ist es auch gut!" Reinhard hatte sich entschieden, den Randstreifen in eine kleine Wiese zu verwandeln, in Zusammenarbeit mit der LOKALEN AGENDA und der Ortsgemeinde, der das Stück Land gehört.

Gleichzeitig sollte es ein Zeichen gegen die vielen naturfeindlichen Schottergärten sein und andere Mitbürger anregen, genauso wie er öffentliche Randstreifen etc. quasi zu "adoptieren" und in kleine Natur-Oasen zu verwandeln.

Wenn Sie Fragen dazu haben oder Unterstützung bei ähnlichen Vorhaben brauchen, melden Sie sich einfach.


Und das sind aktuell die Fotogeschichten auf unserer "Blühstreifen-Seite" ...

...  die Sie hintereinanderweg beim Runterscrollen lesen können, oder zu denen Sie mit einem Mausklick springen können. Im Moment besonders zu empfehlen die große und aktuelle Fotoexpedition in den Randstreifen vom Mai/Juni 2020 – mit vielen Überraschungen.

 

 


2018 - 2019: Der Randstreifen erblüht

Kinder sollen was Schönes sehen – und Insekten was zum Naschen haben

Rettung für den Randstreifen: Bunt und fröhlich soll er werden, der traurige und triste Randstreifen aus Klein-Winternheim, neben der Haybachhalle gelegen, da wo die Kinder auf ihrem Weg zum katholischen Kindergarten vorbeigehen. "Das kann so nicht bleiben. Kinder brauchen Natur und die Natur braucht mehr Platz," findet ein tatkräftiger Bürger und startet in Kooperation mit der LOKALEN AGENDA und der Ortsgemeinde sein Projekt "Blühstreifen".

Ende 2018 legte Reinhard Kleinschmitt los, für die Kinder und für die Natur, damit es dann 2019 zum ersten mal hier Blühen kann.

Trockene Tristesse: An diesem traurigen Randstreifen gehen viele Kinder zum katholischen Kindergarten wochentäglich vorbei ...
Die Kinder sollen es besser haben – und die Natur auch. Also entschließt sich ein tatkräftiger Bürger etwas zu tun.
"Wiesenblumen für Insekten" sollen hier wachsen, findet Reinhard, und startet sein Projekt in Kooperation mit der "Lokalen Agenda" und der Ortsgemeinde.
Es ist das supertrockene Jahr 2018. Erst mal etwas Wässern. Damit der Boden für die Aussaat vorbereitet werden kann.
Der steinharte Boden wird mit Hilfe der Ortsgemeinde umgebrochen.
Und dann geht es los, der Wiesensamen kommt auf die Scholle.
Es ist nicht irgendein Samen. Den Wiesensamen hat Reinhard von einem Spezialisten aus Süddeutschland mitgebracht, Samen für "gebietsheimische Wildblumen".
Mit Schwung und Vorfreude auf die kommende Pracht. Der Samen ist mit Sägespänen gemischt, um sich gleichmäßiger zu verteilen.
Dann einmal mit der Walze drüber. Professionell halt.
... und eine Sicherung eingebaut: "Bitte nicht rüberlaufen".
Langsam wird es grün.
Die ersten winzigen blauen Boten des Frühlings blühen, der Ehrenpreis.
... und auch die größeren Blüten der Kornblume machen sich startklar ...
Eine Freude für die Bienen, denen es ja bekanntlich nicht so gut geht, weil es an immer weniger Orten blüht.
Auch der feingliedrige Erdrauch, der früher eine hochgeehrte Heilpflanze war, macht mit, beim Wiesentanz.
Unverkennbar, der fröhliche rote Klatschmohn, ein bewährter Pionier unter den Blumen.
Doppelt hält besser.
Der "Kleine Schmalbock", der es sich am liebsten auf Dolden gemütlich macht, ist auch da.
Der perfekte Farbdreiklang: Grün, rot und Tupfer von Blau.
... sieht doch irgendwie besser aus als vorher ;)
Etwas später kommt die "Wilde Malve" dazu.
... wobei in diesem ersten Jahr für einige Wochen ...
... Kornblume und Klatschmohn das Bild beherrschen.
Bei den Bienen bleiben die Kornblumen der absolute Hit.
Während die gelbe Färber-Hundskamille noch blüht, hat der Mohn schon seine Samenstände gebildet und wird braun.
Ein wichtiger Tag für die Wiese rückt näher ...
... der Tag der Mahd. Mindestens einmal im Jahr muss der bei einer Wiese sein. Die abgemähten Pflanzen bleiben erst mal liegen, damit sie Aussamen können.
Aber schon wenige Wochen später ist der Randstreifen wieder grün.
Ein Heupferd ist auf dem Randstreifen eingezogen und sonnt sich auf der Wand der Haybach-Halle.
Und der Randstreifen macht sich fertig für eine zweite Blührunde im kommenden Jahr. Wir sind gespannt, was er uns dann an neuen Pflanzen zeigen wird, denn eine Wiese ändert jedes Jahr ihr "Gesicht".

Februar 2020: "Gaadezwerch for Future"

Neue internationale Öko-Bewegung in Klein-Winternheim gegründet

Eine Aktion gegen die Verschotterung der Vorgärten und für mehr Wiese in Gärten und auf Randstreifen startet der Naturfreund Reinhard Kleinschmitt zusammen mit anderen unter dem Slogan "Gartenzwerge for Future" - oder im besten Rheinhessisch "Gaadezwerch for Future".

So glückt derAuftritt einer neuen internationalen Öko-Bewegung in Klein-Winterheim im Rahmen des diesjährigen Fastnachtsumzuges. Aber damit nicht genug, weitere Highlights für eine bessere Welt sind unübersehbar in dem Zug mitmarschiert. Die Bilder eines ungewöhnlichen Tages mit der Aufforderung, die Natur nicht zu vergessen:

Die Gartenzwerge sind in Rage - immer öfter müssen sie in elenden Schottergärten dahinvegetieren.
Die Fastnachtszwerge Angela und Reinhard, Lisa und Jochen, können sich das nicht länger mit ansehen.
Holt sie raus, unsere Gartenzwerge, finden sie, aus diesen gruseligen Vorgarten-Schotterwüsten.
Es geht auch ganz anders, zeigt ihr Motivwagen, wenn man ihn umdreht.
Ein Herz für Gartenzwerge: Entspanntes Leben im Naturgarten, so soll es sein.
Da freuen sich auch die Schmetterlinge und die anderen Insekten, von denen es immer weniger gibt.
An die Besucher des Zugs verteilen die Fastnachtszwerge Wiesensamen-Tüten. Toll!!
Und noch einer denkt an die Zukunft, Volker will eine zukunftsfähige Fastnacht.
Er und ist unterwegs mit einem "fast Methan-freien Bio-Fastnachtswagen" - für seine Enkeltochter.
Und dann noch die hier: "An Fassenacht, des is' der Hit, da gehen die Vogelscheuchen mit! Denn BIO, das ist klar, brauchen wir das ganze Jahr!"
Auf dem Wagen, Vogelscheuchen aller Altergruppen, vereint in guter Laune.
... und alle freuen sich, dass Vogelscheuchen, Gartenzwerge und all die anderen mit dabei sind, beim Aufbruch in eine wunderbare Zukunft ;)

März 2020: Der nächste Schritt

Lasst uns ein Apfelbäumchen pflanzen ...

Eigentlich sollten die Kindergartenkinder mit dabei sein und zusammen mit Reinhard ein Apfelbäumchen auf dem Randstreifen pflanzen, der neben der Haybachhalle in Klein-Winternheim zu ihrem Kindergarten führt. Diesen ehemals tristen Randstreifen hatte Reinhard Kleinschmitt im letzten Jahr wunderbar zum Blühen gebracht, damit die Kinder auf ihrem Weg etwas Natur sehen können. Die aktuelle Corona-Krise hat das gemeinsame Pflanzen von Reinhard und den Kindergartenkindern verhindert, aber der schon gekaufte kleine Baum musste in die Erde. "Irgendwann," sagt Reinhard, "kommen die Kinder wieder und wir können uns gemeinsam etwas bunte Natur anschauen." Darauf freut er sich. "Und", fährt er fort, "was gibt es Besseres, als in einer Krise einen Apfelbaum zu pflanzen?!" Weitere Anhänger hat seine Idee des Begrünens öffentlicher Flächen übrigens schon gefunden: Neben dem Spielplatz am Weltersborn lassen Anlieger eine neue Fläche entstehen (siehe Fotos).

Am Randstreifen neben der Haybachhalle ist wieder etwas los, nachdem der ehemals triste Streifen im letzten Jahr begrünt wurde.
Reinhard, der die Begrünung als Naturfreund ehrenamtlich und mit viel Wissen durchgeführt hatte, hat gerade noch ein Apfelbäumchen gesetzt.
Jetzt heißt es: "Wasser Marsch!"
Eigentlich sollte die Pflanzaktion zusammen mit den Kindergartenkindern, die sonst hier vorbei gehen, stattfinden.
Aber aus gegebenem Anlass muss Reinhard im Moment alleine pflanzen ...
... und freut sich schon darauf, wenn die Kinder wieder vorbeikommen. Anderes ärgert ihn ...
... wenn Leute eine Substanz wie Streusalz in den Blühstreifen "entsorgen" und damit eine Stelle erst mal unfruchtbar machen.
Oder wenn andere mit ihren Autos in den Blühstreifen zum Parken fahren und verdichtete kahle Stellen zurück lassen.
Aber die Freude an dem kleinen Stück Natur überwiegt den Ärger. Und eins gefällt ihm besonders ...
Die Idee, öffentliche Grünstreifen zu "adoptieren", hat Nachahmer gefunden, wie hier ...
... zwischen der Pariser Straße und Am Rosengarten.
Auch hier soll eine kleine Wiese entstehen mit wilden Blumen, für Insekten und zur Freude aller Passanten. Wir sind gespannt ;)

April / Mai 2020 - Vandalismus am Randstreifen

Abgeknickt und abgerissen ...

Wenige Wochen später zeigt sich der Randstreifen an der Haybachhalle als "Grünstreifen". Der kleine Apfelbaum hat kräftige grüne Blätter entwickelt, ist gut angewachsen. Kräftige Blätter sind hier und da zu sehen und sogar schon erste Blüten sind zu entdecken.

... und nur wenige Tage später dann dass: Der kleine Apfelbaum ist in der Mitte durchgebrochen worden und seine Spitze ist weg. "Wer macht so etwas?", fragt sich Reinhard Kleinschmitt. Gar nicht so leicht, ein Stückchen Natur ins Dorf zurück zu bringen, zumal noch mehr passiert ist: Vor einem Monat hat jemand den fachgerecht auf 7 cm Höhe gemähten Wiesenstreifen einfach radikal runter bis zum Boden abgemäht und an einem Ende des Streifens hat jemand irgendeine Abfallsubstanz hingekippt, die das Wachsen von Pflanzen verhindert. Aber das Apfelbäumchen hat noch einige kräftige Seitentriebe. Kleinschmitt will weiter machen und die Ortsgemeinde hat die volle Unterstützung zugesagt ...

... etwa eine Woche später schlägen die Natur-Vandalen wieder zu: Sie knicken alle Triebe des Apfelbäumchens ab. Was für ein asoziales Tun !! Hat vielleicht jemand was gesehen? Gibt es zweckdienliche Hinweise? Einfach hier melden.


Mai / Juni 2020 – die große Foto-Expedition

Unser Randstreifen lebt !!

 Im Mai wird es immer grüner und dann immer bunter auf dem Randstreifens neben der Haybachhalle. Die ersten Insekten tauchen auf und sie werden Richtung Sommer immer zahlreicher.

Immer wieder im Mai und im Juni kommen wir mit der Kamera vorbei und schauen nach, was da passiert. Unsere Entdeckungen vom überraschend bunten Leben auf dem ehemals tristen Streifen:

(Am PC am besten auf das erste Blid klicken, das gross wird. Dann sich durch Drücken der rechten Pfeiltaste durch die Serie klicken.)

Hier geht es zum Kindergarten "St. Franziskus" in Klein-Winternheim.
Der ehemals triste Randstreifen neben dem Weg blüht jetzt schon im zweiten Jahr ...
... in den Farben des Frühjahrs und des Sommers.
Das gelbe Schöllkraut galt im Mittelalter als Zauberpflanze, um aus Quecksilber Gold zu machen. Die Hainfliege findet den Nektar heute einfach nur zauberhaft.
Die Margeriten warten noch auf Kundschaft.
Diese Schrecke auf der Einfassung ist so jung, dass nur Experten sie bestimmen können. Vermutlich ist es eine Feldheuschrecke, eine "Rote Keulenschrecke". Die weißen Punkte an den Fühlerspitzen verraten sie.
Und da haben auch die Margeriten einen ersten Besuch bekommen, eine kleine Fliege.
Auf der Nachbar-Margerite ist die Larve eines Marienkäfers unterwegs.
Hier ist eine zarte, hellgrüne Blattlaus eingezogen.
Die harmlose Hainfliege tarnt sich mit schwarz-gelben Warnfarben als gefährliches Insekt.
Lang und dünn, die weitverbreitete Stift- oder Langbauch-Schwebfliege. Tarnt sich wie alle Schwebfliegen als gefährlicher Gesell – und ist ebenfalls ganz harmlos.
Im Margeriten-Restaurant gibt es noch Platz für viele Gäste.
Der Spitzwegerich kommt wie der futuristische Entwurf einer Wildpflanze daher, dabei ist er als uralte Heilpflanze bekannt und seit Jahrhunderten an vielen Wegen heimisch.
Die Vielfalt der Blüten: Die Kornblume hat ihr ganz eigenes Design gefunden – und zahllose Namen geschenkt bekommen, von "Ziegenbein" bis "Blaufruchtblust".
Jede Menge Läuse belagern einige Pflanzen. Im Natur-Randstreifen kein Problem, wie bald zu sehen ist.
Da kommt schon jemand auf der Suche nach Blattläusen. Es ist ein Asiatischer Marienkäfer, der auch Vielfarbiger oder Harlekin-Marienkäfer genannt wird, weil es ihn in verschiedenen Farben und mit unterschiedlicher Punktanzahl auf dem Rücken gibt.
Ein heimischer Siebenpunkt-Marienkäfer ist schon bei den Blattläusen. Ob er sich gegen den konkurrenzstärkeren asiatischen Marienkäfer auf Dauer wird halten können, ist noch nicht klar.
Alles entwickelt sich bestens, wäre da nicht der Vandalismus ...
... hier hat jemand den kleinen Apfelbaum abgebrochen, der den Randstreifen schmücken sollte.
Und an der kahlen Stelle im Randstreifen hatte jemand schon vor längerer Zeit eine schädliche Substanz hingekippt. Das wird dauern, bis hier wieder etwas wächst.
Aber abgesehen von den Vandalismus-Attacken ist es eine Freude ...
... sich den grünenden und blühenden Streifen anzuschauen.
Ende Mai badet eine Wildbiene in den Wilden Malven. Es ist eine Gelbfilzige Furchenbiene, die – anders als sehr viele andere Wildbienenarten – nicht in ihrem Bestand gefährdet, sondern sogar "weit verbreitet" ist.
Und schon macht sich die Wildbiene auf zur nächsten Blüte, mit Pollen, die an ihr kleben. So kann sie die nächste Blüte befruchten. Alles hat seine Funktion.
Eine Dunkle Erdhummel hat für einen Moment die Welt um sich herum vergessen und vergräbt sich in das Rot der Mohnblume. Weltweit werden diese Hummeln im großen Stil gezüchtet und zur Bestäubung in Gewächshäusern eingesetzt.
Sie ist besonders nach dem Bundesnaturschutzgesetzt geschützt: Die Bittere Schafgarbe, die der Hainfliege vorzüglich schmeckt.
Einen eigenen "Staat" gibt es auf dem Randstreifen auch, gegründet von den Ameisen als "staatenbildenden Insekten", die nur ungerne alleine kommen.
Das sagt Wikipedia: "Die Wiesen-Flockenblume wird heute ... als Indikatorart für die Qualität von Grünland verwendet". Sie ist eine Auszeichnung für den Randstreifen, hier mit kleiner Wildbiene, einer Blattschneiderbiene.
Auf der Färber-Hundskamille noch eine Wildbiene, eine Sandbiene. Von den 126 Arten der Sandbiene in Deutschland sind 50 Arten gefährdet oder ausgestorben. Sandbienen sind übrigens tolle Bestäuber und damit gut für die Landwirtschaft.
Manche Blüten sind heiß umkämpft, wie hier die Blüte des Ferkelkrauts, das sich nur an Vormittagen öffnet und nur dann, wenn die Sonne scheint. Da muss man schnell sein.
Ur­sprüng­lich kommt die Wilde Malve aus Asien und Südeuropa, inzwischen gilt sie als heimisch. Für Insekten wie die Hainfliege ist sie eine Nektarweide – und sie bietet Blütenexplosionen fürs Auge des menschlichen Betrachters.
Ein Bockkäfer glänzt im Sonnenlicht, ganz in Gold – was für ein Auftritt.
Die "Pusteblume" ist noch ungepustet – und wartet auf ein nettes Kindergarten-Kind, das die Samenschirmchen in die Landschaft pustet.
Ein bunter Blumendschungel ist für viele Wochen entstanden.
Und auch Majestäten kommen vorbei: Hier gibt sich die Königskerze die Ehre.
In der Nähe zieht eine Weinbergschnecke lieber auf der Wand ihre Bahn – auch eine nach der Bundesartenschutzverordnung geschützte Tierart.
Perfektes Kontrastfarbenspiel: gelb-gestreifte Schwebfliege auf dem blauen Grund einer Wegwarte, die übrigens mal Blume des Jahres und einmal Gemüse des Jahres war.
Eine Mistbiene ruht sich hier aus. Sie heißt nur "Biene" ist aber eine Schwebfliege, die wie die Zugvögel im Herbst über Alpen oder Pyrenäen in den Mittelmeerraum fliegt und im Frühjahr zurück kommt.
Noch ganz jung und und noch ganz klein: Eine Raubwanze auf dem Weg, der Schrecken aller Blütenbesucher zu werden. Wenn sie groß ist, wird sie andere Insekten jagen. Dabei hilft ihr ihr giftiger Speichel.
Zum Glück für Tiere und Pflanzen hat es in diesem Jahr gelegentlich geregnet.
Regen auf Blütenblatt – mancher Anblick ist einfach nur schön.
Wobei es den regennassen Mohn natürlich auch mit passender Fliege gibt.
Der Gigant des Randstreifens, die Große Klette, entschließt sich ab Mitte Juni zu blühen. Sie kann bis zu 2 m groß werden.
Wurzel, junge Laubblätter und Stängel können als Wildgemüse verwendet werden und die Blüten sind ein Hingucker.
Wenn die violetten Sterne in einigen Monaten ihre Samen ausgereift haben, bleiben sie als Kletten gerne an tierischen und menschlichen Passanten hängen, um sich an neue Orte tragen zu lassen.
Aber erst kommt noch die Honig-Biene, um ihre Honiglust an der Großen Klette zu stillen.
Und der Kohlweisling läßt es sich auch nicht nehmen, einmal zu probieren. Die Raupen des hübschen Schmetterlings gelten als Schädlinge im Gemüseanbau. Hier stören weder er noch seine Raupen.
Manche sieht man erst auf den zweiten Blick, wie den winzigen schwarz-roten Kerl am Blüten-Stempel.
Das feine Zusammenspiel aus Kelch-, Kron- und Staubblättern bildet bei jeder Blütenart eine eigene Kunstform.
Der Braune Weichkäfer ist einer unserer häufigsten Käfer. Er ist ein Raubtier, das gerne auf Dolden kleineren Insekten auflauert.
Die Wilde Möhre zählt im Sommer zu den häufigsten Wildblumen. Wildbienen, Wanzen, Käfer und Fliegen aller Art besuchen ihre großen weißen Dolden und die Raupen des Schwalbenwanzes fressen sich am Möhrenkraut satt.
An einer stillen Ecke auf der Wilden Möhre haben zwei Gemeine Bockkäfer zueinander gefunden, die gar nicht gemein zueinander sind.
Eine der zarten Florfliege mit ihren filigranen Flügeln. Ihre Larven werden als "Blattlauslöwen" bezeichnet, weil sie so viele Blattläuse fressen. Deshalb sind Florfliegen auch schon im großen Stil gezüchtet worden.
Eine Trauermücke. Sie wird so wegen ihrer dunklen Färbung genannt. Trauermücken leben überall auf der Welt. Freundlicherweise stechen sie nicht, trinken nur ein bisschen an den Blüten, hier und da.
Vermutlich eine weibliche Schlupfwespe mit ihrem langen Legebohrer am Hinterteil. Mit dem legt sie ihre Eier in andere Insekten. Dort leben die neuen Schlupfwespen als Parasiten, bis zum Tod des Wirts.
In Deutschland gefährdet und auf der Roten Liste: Der Trauer-Rosenkäfer. Eine Art, für die wir Rheinhessen eine besondere Verantwortung haben, weil er bei uns noch relativ häufig ist.
Eine ganz normale Schmeißfliege hat auch ihre besonderen Geschichten: Die Larven werden zur Wundheilung eingesetzt und spielen in der Kriminologie eine Rolle. Hier freut sie sich an der Wilden Möhre.
Auf ihrer Malven-Weltkugel haben sich einige Feuerwanzen versammelt.
Zwei haben sich entschlossen, neue Feuerwanzen zu machen, den dritten scheint das zu stören – vielleicht weil er nicht mitmachen darf?
Dem großen grünen Heupferd ist das Durcheinander bei den kleinen Wanzen ganz egal.
Das Grüne Heupferd ist nicht gefährdet, sondern kommt immer noch relativ häufig vor. Prima!
Dieses Grüne Heupferd will wissen, wer ihm da mit der Kamera so auf die Pelle rückt ... ab nach oben, wo bessere Sicht herrscht.
Auch als Heupferd will man schließlich wissen, wer hier unterwegs ist. Ein kurzer, eigentlich ganz freundlicher Blick, dann ist es wieder im Grün verschwunden.
All das – und noch viel mehr – tut sich hier auf dem kleinen, wiederbelebten Grünstreifen: Die Natur und einige ihrer Wunder.
Jetzt ein schöner und ganz selbstverständlicher Teil des Weges ...
... zum Kindergarten St. Franziskus.

Vielen Dank an Rainer Michalski vom NABU Rheinhessen, der mit viel Expertise bei der Insektenbestimmung geholfen hat.

c. 2020  Bodo Witzke (Lokale Agenda Klein-Winternheim)


Juli 2020 – Das Video-Interview

Warum, wieso und weshalb? Reinhard Kleinschmitt und "sein" Blühstreifen

Wir wollen wissen, wer das ist, der hier zwischen Haybachhalle und Kindergarten einen ehemals tristen Randstreifen zum bunten und fröhlichen Blühstreifen gemacht hat. Wir treffen Reinhard Kleinschmitt in seinem Garten, der natürlich ein Naturgarten ist. Früher war hier ein Rübenacker, bevor der Naturliebhaber Kleinschmitt sich vor über 30 Jahren entschloß, ihn in eine Natur-Oase zu verwandeln. Als Kind war er immer draußen, sieht über die Jahrzehnte, wie die Natur weniger wird, fragt sich, was das mit den heutigen Kindern macht. Das Video-Interview:


September 2021

Artikel zur Begrünung des "Klein-Winternheimer Randstreifens" in NABU-Mitglieder-Zeitschrift

Unter der Überschrift "'Bunt und fröhlich' statt 'traurig und trist' – Oder: Wie man einen Randstreifen zum Blühen bringt", hat das NABUlletin, die Mitgliederzeitschrift des NABU Mainz und Umgebung, einen Artikel zur Renaturierung des Randstreifens an der Klein-Winternheimer Haybachhalle durch Reinhard Kleinschmitt (in Zusammenarbeit mit der Lokalen Agenda und der Ortsgemeinde) gedruckt. Wir freuen uns über die Anerkennung, die das bedeutet.




Ausstellung zum Haybach

Besuchen Sie hier unsere virtuelle Ausstellung zur geplanten Haybach-Renaturierung.

Hintergrund

 "Global denken, lokal handeln" ...
... das ist das Motto der Lokalen-Agenda-Bewegung - und das ist auch unser Motto, hier in Klein-Winternheim ...
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Kontakt

Arbeitskreis Natur und Umwelt
Lokale Agenda 21, Klein-Winternheim
c/o Dr. Irene Wellershoff
An der Bordwiese 6
55270 Klein-Winternheim
Tel.: 06136-85421
E-Mail: LokaleAgendaKleinWinternheim(at)t-online.de

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